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Microsoft verlängert Windows-10-Sicherheitsupdates bis 2027: Was Nutzer in Deutschland jetzt tun müssen

· 7 Min. Lesezeit

Microsoft verlängert die Windows-10-Sicherheitsupdates bis 2027 für berechtigte Privatcomputer in Deutschland und anderen Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums. Registrierte Geräte können über das Programm „Extended Security Updates“, kurz ESU, noch bis zum 12. Oktober 2027 kritische und wichtige Sicherheitsaktualisierungen erhalten, wie die Redaktion Techify.de unter Berufung auf die offiziellen Angaben von Microsoft berichtet.

Die Verlängerung erfolgt nicht automatisch für jeden Windows-10-PC. Nutzer müssen ihr Gerät für das ESU-Programm registrieren und bestimmte technische sowie kontobezogene Voraussetzungen erfüllen. Wer bereits angemeldet ist, muss laut Microsoft nichts unternehmen: Die bestehende Abdeckung wird automatisch bis zum neuen Enddatum fortgeführt. Für noch nicht registrierte Rechner bleibt eine Anmeldung bis zum 12. Oktober 2027 möglich.

Welche Windows-10-PCs die zusätzlichen Updates erhalten

Das ESU-Programm für Privatnutzer gilt nur für Geräte mit Windows 10 in der Version 22H2. Unterstützt werden die Editionen Home, Professional, Pro Education und Pro for Workstations.

Auf dem Rechner müssen außerdem die aktuell verfügbaren Windows-Updates installiert sein. Die Registrierung muss über ein Benutzerkonto mit Administratorrechten erfolgen. Microsoft verlangt dabei ein persönliches Microsoft-Konto, mit dem die ESU-Lizenz verknüpft wird. Ein Kinderkonto kann nicht für die Anmeldung genutzt werden.

Die zentralen Voraussetzungen sind:

  • Windows 10 Version 22H2 in einer unterstützten Edition;
  • alle aktuellen Windows-Updates müssen installiert sein;
  • Anmeldung durch einen Administrator mit einem persönlichen Microsoft-Konto.

Die installierte Windows-Version lässt sich über „Einstellungen“, „System“ und „Info“ prüfen. Sicherheits- und Systemupdates werden unter „Einstellungen“, „Update und Sicherheit“ sowie „Windows Update“ angezeigt. Geräte mit einer älteren Windows-10-Version müssen zunächst auf Version 22H2 aktualisiert werden.

Microsoft hatte den regulären Support für Windows 10 bereits am 14. Oktober 2025 beendet. Seit diesem Datum erhalten gewöhnliche, nicht registrierte Installationen keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Der Computer bleibt zwar funktionsfähig, bekannte oder neu entdeckte Schwachstellen werden ohne ESU jedoch nicht mehr über den regulären Windows-Update-Kanal geschlossen.

Die Verlängerung bis Oktober 2027 gilt deshalb nur für Rechner, die ausdrücklich für ESU registriert wurden.

So registrieren Nutzer ihren PC für ESU

Die Anmeldung erfolgt direkt in Windows 10. Auf einem berechtigten Gerät müssen Nutzer zu „Einstellungen“, „Update und Sicherheit“ und anschließend zu „Windows Update“ wechseln. Dort erscheint ein Link zur ESU-Registrierung.

Nach einem Klick auf „Jetzt registrieren“ startet der Einrichtungsprozess. Wer Windows bisher mit einem lokalen Benutzerkonto verwendet, muss sich während der Registrierung mindestens einmal mit einem Microsoft-Konto anmelden. Anschließend stehen im Europäischen Wirtschaftsraum zwei Möglichkeiten zur Verfügung.

Nutzer können mit dem Microsoft-Konto am Windows-PC angemeldet bleiben und ESU ohne zusätzliche Kosten aktivieren. Voraussetzung ist, dass weiterhin regelmäßig dasselbe Microsoft-Konto zur Windows-Anmeldung verwendet wird.

Alternativ können Nutzer ihr lokales Windows-Konto behalten und eine einmalige ESU-Lizenz kaufen. Microsoft nennt dafür einen Preis von 30 US-Dollar oder den entsprechenden Betrag in der jeweiligen Landeswährung zuzüglich möglicher Steuern. Der konkrete Europreis wird während des Kaufvorgangs angezeigt.

Microsoft formuliert zur Laufzeit des Programms eindeutig:

„Beide Registrierungsoptionen bieten erweiterte Sicherheitsupdates bis zum 12. Oktober 2027.“ Diese Angabe steht auf der deutschen Informationsseite des Unternehmens für das ESU-Programm.

Kostenlose Registrierung hat eine Kontobedingung

Die kostenfreie Variante ist daran gebunden, dass der Nutzer mit dem bei der Registrierung verwendeten Microsoft-Konto am Computer angemeldet bleibt. Erfolgt keine entsprechende Anmeldung, können die ESU-Updates nach einem Zeitraum von bis zu 60 Tagen eingestellt werden.

In diesem Fall muss das Gerät erneut registriert werden, damit die Sicherheitsaktualisierungen fortgesetzt werden. Die Lizenz bleibt unabhängig von der gewählten Variante mit dem Microsoft-Konto verbunden, das während der ersten Registrierung eingesetzt wurde.

Wer die einmalige Zahlung leistet, kann dagegen weiterhin mit einem lokalen Konto arbeiten. Das Microsoft-Konto wird dann nur für den Kauf und die Zuordnung der ESU-Lizenz benötigt. Eine dauerhafte Microsoft-Konto-Anmeldung am Rechner ist bei dieser Variante nicht erforderlich.

Eine registrierte ESU-Lizenz kann laut Microsoft für bis zu zehn berechtigte Windows-10-Geräte verwendet werden. Jedes zusätzliche Gerät muss jedoch separat über Windows Update hinzugefügt werden und sämtliche technischen Voraussetzungen erfüllen.

Was die Sicherheitsverlängerung nicht umfasst

ESU verlängert nicht den vollständigen Produktsupport für Windows 10. Das Programm liefert in erster Linie Sicherheitsaktualisierungen, die Microsoft als kritisch oder wichtig einstuft. Neue Funktionen, reguläre Produktverbesserungen und allgemeine Fehlerkorrekturen gehören nicht verbindlich zum Leistungsumfang.

Auch technischer Support für Windows 10 ist mit der Registrierung nicht verbunden. Nutzer erhalten damit kein neues Windows-10-Servicepaket und keine Weiterentwicklung des Betriebssystems, sondern lediglich einen zeitlich begrenzten Schutz vor ausgewählten Sicherheitsrisiken.

ESU umfasst insbesondere nicht:

  • neue Windows-Funktionen oder größere Funktionsupdates;
  • regulären technischen Support durch Microsoft;
  • eine allgemeine Verlängerung des Windows-10-Lebenszyklus.

Dass die zusätzlichen Aktualisierungen tatsächlich verteilt werden, zeigt der aktuelle Updateverlauf. Microsoft veröffentlichte am 9. Juni 2026 das kumulative Sicherheitsupdate KB5094127 für Windows-10-Systeme im ESU-Programm.

Das Paket aktualisierte Windows 10 Version 22H2 auf den Betriebssystembuild 19045.7417 und enthielt Sicherheitskorrekturen sowie Qualitätsverbesserungen.

Welche Geräte vom Verbraucherprogramm ausgeschlossen sind

Das ESU-Angebot für Privatnutzer darf nicht als Ersatz für kommerzielle Unternehmenslizenzen eingesetzt werden. Eine Registrierung über das Verbraucherprogramm wird nicht angeboten, wenn ein Gerät im Kioskmodus betrieben wird, mit einer Active-Directory-Domäne verbunden ist oder über eine Mobile-Device-Management-Lösung verwaltet wird.

Auch Geräte, die bereits über eine kommerzielle ESU-Lizenz verfügen, können nicht zusätzlich über das Verbraucherprogramm angemeldet werden. Für Firmen, Behörden und andere Organisationen gelten eigene kostenpflichtige ESU-Modelle und Aktivierungsverfahren.

Eine Besonderheit besteht bei Geräten, die lediglich bei Microsoft Entra registriert sind. Nach Angaben des Unternehmens können solche Rechner grundsätzlich am Consumer-ESU-Programm teilnehmen, sofern keine weiteren Ausschlussbedingungen vorliegen.

Bereits registrierte Nutzer müssen nichts erneut buchen

Wer seinen privaten Windows-10-PC bereits für ESU registriert hat, erhält die Verlängerung automatisch. Microsoft erklärt, dass bestehende Registrierungen bis zum 12. Oktober 2027 fortgeführt werden. Eine erneute Anmeldung oder ein zusätzlicher Kauf ist dafür nicht erforderlich.

Nutzer sollten dennoch unter Windows Update kontrollieren, ob das Gerät weiterhin als registriert angezeigt wird und aktuelle Sicherheitsupdates erhält. Bei der kostenlosen Variante ist außerdem darauf zu achten, dass das verknüpfte Microsoft-Konto weiterhin zur Anmeldung am Gerät genutzt wird.

Eine nachträgliche Registrierung bleibt möglich, sie schließt jedoch nicht die Sicherheitslücke zwischen dem Ende des regulären Supports und dem Anmeldedatum.

Nach der ESU-Anmeldung stellt Microsoft auch kritische und wichtige Updates bereit, die seit dem regulären Supportende am 14. Oktober 2025 veröffentlicht wurden. Bis zur erfolgreichen Registrierung bleibt ein Gerät jedoch ohne diese Aktualisierungen anfälliger für Schadsoftware und Angriffe.

Windows 11 bleibt die langfristige Lösung

Die ESU-Registrierung verhindert kein späteres Upgrade auf Windows 11. Erfüllt der Rechner die Hardwareanforderungen, kann der Wechsel auch während der laufenden ESU-Abdeckung durchgeführt werden. Das Upgrade auf Windows 11 ist für geeignete, ordnungsgemäß lizenzierte Windows-10-Geräte weiterhin kostenlos.

Microsoft empfiehlt Nutzern, zunächst über Windows Update oder die Anwendung „PC-Integritätsprüfung“ zu kontrollieren, ob der eigene Rechner für Windows 11 geeignet ist. Zu den zentralen Anforderungen gehören ein kompatibler Prozessor, TPM 2.0, Secure Boot, mindestens vier Gigabyte Arbeitsspeicher und 64 Gigabyte Speicherplatz.

Für Geräte, die diese Anforderungen nicht erfüllen, verschafft ESU zusätzliche Zeit für den Austausch oder die Umstellung auf ein anderes unterstütztes System. Die Verlängerung endet jedoch verbindlich am 12. Oktober 2027.

Bis dahin sollten Nutzer in Deutschland drei Schritte erledigen: Windows 10 auf Version 22H2 aktualisieren, das Gerät über Windows Update für ESU registrieren und regelmäßig prüfen, ob neue Sicherheitsupdates erfolgreich installiert wurden. Ohne Registrierung gelten die verlängerten Sicherheitsupdates nicht.

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