Glasfaser installiert, aber WLAN langsamer als vorher ist kein Widerspruch. Ein FTTH-Anschluss kann am Netzabschluss mehrere hundert Megabit oder mehr als ein Gigabit pro Sekunde bereitstellen, während ein Notebook im Schlafzimmer weiterhin nur 80, 150 oder 300 Mbit/s erreicht. Glasfaser verbessert die Verbindung bis zum Haus beziehungsweise zur Wohnung; danach entscheiden ONT, WAN-Port, Router, Ethernet-Verkabelung, WLAN-Standard, Frequenzband, Kanalbreite, Entfernung und das Endgerät darüber, wie viel davon tatsächlich ankommt, wie die Redaktion von Techify.de. Die Bundesnetzagentur beschreibt Glasfaser als Technik für deutlich höhere Übertragungsraten und stabilere Verbindungen als klassische Kupferanschlüsse.
Deshalb sollte ein langsames WLAN nach dem Glasfaserwechsel nicht sofort als Fehler des Glasfaseranschlusses behandelt werden. Entscheidend ist, an welcher Stelle die Geschwindigkeit verloren geht: bereits zwischen Anbieter und ONT, zwischen ONT und Router, am WAN-Port, in der Router-Hardware oder erst auf der Funkstrecke zum Endgerät. Ein kontrollierter LAN-Test trennt Anschlussprobleme von WLAN-Problemen deutlich zuverlässiger als mehrere Speedtests mit einem Smartphone. Für stationäre Anschlüsse stellt die Bundesnetzagentur dafür ihre Breitbandmessung Desktop-App bereit.
„Glasfaser gilt als die zukunftssichere Technologie für schnelle Internetverbindungen.“
— Bundesnetzagentur zur Umstellung von Kupfer auf Glasfaser.
Erst klären: Ist die Glasfaser langsam oder nur das WLAN
Der wichtigste erste Schritt besteht darin, Internetanschluss und Heimnetz getrennt zu betrachten. Ein Speedtest über WLAN misst nicht ausschließlich den Glasfaseranschluss, sondern gleichzeitig die Qualität der Funkverbindung zwischen Router und Endgerät. Befindet sich das Notebook zwei Räume vom Router entfernt, hängt das Ergebnis daher ebenso von Wänden, Störungen und WLAN-Hardware ab wie vom gebuchten Tarif.
Selbst ein perfekter Gigabit-Anschluss kann auf einem älteren Smartphone deutlich unter 1 Gbit/s bleiben. Umgekehrt beweist ein niedriger WLAN-Wert noch keine Minderleistung des Providers.
Die Diagnose sollte deshalb vom Glasfaseranschluss in Richtung Endgerät erfolgen und nicht umgekehrt.
Eine sinnvolle Reihenfolge sieht so aus:
- Tarif und vertragliche Geschwindigkeit prüfen.
- Status des ONT beziehungsweise Glasfasermodems kontrollieren.
- Router per Ethernet testen.
- Geschwindigkeit des WAN-Ports prüfen.
- LAN-Port und Netzwerkkarte des Testrechners kontrollieren.
- Erst danach WLAN auf 2,4, 5 und gegebenenfalls 6 GHz testen.
- Repeater, Mesh und einzelne Endgeräte separat untersuchen.
| Test | Ergebnis | Wahrscheinlicher Bereich |
|---|---|---|
| Direkt per LAN sehr schnell, WLAN langsam | Anschluss in Ordnung | WLAN/Heimnetz |
| LAN und WLAN beide etwa 90–95 Mbit/s | auffällige 100-Mbit-Grenze | Port, Kabel oder Aushandlung |
| LAN etwa 900 Mbit/s, Smartphone 250 Mbit/s | plausibles WLAN-Limit | Endgerät/Funk |
| Direkt am Router schnell, über Repeater langsam | Backhaul begrenzt | Mesh/Repeater |
| Alle Tests deutlich zu langsam | Anschluss/ONT/Router | Provider oder Hardware |
| Nur ein Gerät langsam | andere Geräte schnell | Client-Konfiguration |
Die Grenze um etwa 90 bis 95 Mbit/s ist technisch besonders auffällig. Sie kann darauf hindeuten, dass irgendwo in der Kette nur Fast Ethernet mit 100 Mbit/s statt Gigabit Ethernet ausgehandelt wurde. Ursachen können ein ungeeignetes oder beschädigtes Kabel, ein alter Switch, ein 100-Mbit-Port oder eine fehlerhafte Link-Aushandlung sein.
ONT prüfen: Der Glasfaserabschluss ist noch nicht das WLAN
Bei vielen FTTH-Anschlüssen endet die Glasfaser zunächst in einem Optical Network Terminal, kurz ONT. Dieses Gerät stellt die Verbindung zum Glasfasernetz her und übergibt den Datenverkehr typischerweise per Ethernet an den Router. Ein Router hinter einem ONT übernimmt anschließend Routing, Firewall, NAT, LAN und WLAN. FRITZ beschreibt den Unterschied entsprechend: Das Modem stellt die Verbindung zum Internetanbieter her, während der Router diese Verbindung an die Geräte im Heimnetz verteilt.
Es gibt auch Glasfaser-Router mit integriertem Modem. In diesem Fall entfällt ein separates ONT, sofern der Router und der Anschlussstandard des Providers zusammenpassen. Bei externem ONT führt dagegen normalerweise ein Ethernet-Kabel vom ONT zum WAN-Port des Routers. FRITZ weist darauf hin, dass Router sowohl direkt an Glasfaser als auch hinter einem ONT betrieben werden können, je nach Modell und Anschlussart.
Diese Punkte am ONT kontrollieren
Zunächst sollten die Status-LEDs mit der Anleitung des Providers abgeglichen werden. Eine aktive optische Verbindung bedeutet noch nicht automatisch, dass der komplette Datenweg mit der erwarteten Geschwindigkeit arbeitet.
Zu prüfen sind:
- zeigt das ONT einen normalen Link- beziehungsweise PON-Status;
- gibt es LOS-, Alarm- oder Fehleranzeigen;
- sitzt das Ethernet-Kabel fest;
- verbindet das ONT tatsächlich mit dem vorgesehenen WAN-Port;
- unterstützt der Ethernet-Port die für den Tarif erforderliche Geschwindigkeit;
- handelt die Verbindung 1 Gbit/s oder 2,5 Gbit/s aus;
- wurde zwischen ONT und Router noch ein Switch oder Powerline-Adapter eingesetzt.
Für Anschlüsse oberhalb von 1 Gbit/s wird die Portgeschwindigkeit besonders relevant. Ein Router kann beispielsweise einen 2,5-Gigabit-WAN-Port besitzen, während einzelne LAN-Anschlüsse weiterhin auf 1 Gbit/s begrenzt sind. Die FRITZ!Box 5690 Pro besitzt beispielsweise einen 2,5-Gigabit-WAN/LAN-Port und zusätzlich vier Gigabit-LAN-Ports.
Das bedeutet: Ein Multi-Gigabit-Tarif kann technisch korrekt am Router anliegen, während ein PC an einem klassischen Gigabit-Port trotzdem nicht mehr als ungefähr Gigabit-Niveau übertragen kann.
„Ein Modem verbindet dein Zuhause direkt mit dem Internetanbieter und stellt so die Internetverbindung her.“
— FRITZ zur Trennung von Modem- und Routerfunktion.

Router prüfen: WAN-Port, Hardware und Konfiguration können bremsen
Nach einem Glasfaserwechsel bleibt häufig der bisherige Router im Einsatz. Das ist grundsätzlich möglich, sofern das Gerät den Anschlussmodus unterstützt und seine WAN- sowie Routing-Leistung zur gebuchten Geschwindigkeit passen. Ein älterer Router kann jedoch für einen früheren DSL-Tarif völlig ausreichend gewesen sein und bei 500 Mbit/s, 1 Gbit/s oder mehr zum Flaschenhals werden.
Entscheidend ist dabei nicht nur die auf der Verpackung beworbene WLAN-Geschwindigkeit. Ein Router muss den Datenverkehr auch zwischen WAN und LAN routen, Firewall-Regeln anwenden und gegebenenfalls zusätzliche Funktionen wie VPN, Kindersicherung oder Traffic-Analyse verarbeiten. Das erreichbare Tempo hängt deshalb vom konkreten Modell, Firmwarestand und der Konfiguration ab.
Wer ein externes Glasfasermodem verwendet, sollte zusätzlich kontrollieren, ob tatsächlich der korrekte WAN-Port benutzt wird. Bei dafür ausgelegten FRITZ!Box-Modellen ist der WAN-Port standardmäßig für externe Modems wie Glasfaser- oder Kabelmodems vorgesehen.
Ein besonders einfacher Kontrollpunkt ist die ausgehandelte Portgeschwindigkeit:
| Verbindung | Sinnvoll für |
|---|---|
| 100 Mbit/s | für moderne Glasfasertarife meist klarer Flaschenhals |
| 1 Gbit/s | Tarife bis ungefähr Gigabit-Klasse |
| 2,5 Gbit/s | Multi-Gigabit-Heimnetze |
| 10 Gbit/s | leistungsfähige Multi-Gigabit-Infrastruktur |
Ein Gigabit-Tarif verlangt nicht automatisch einen komplett neuen Router. Er verlangt aber einen Router, dessen WAN-, LAN- und Routing-Hardware dieses Tempo tatsächlich bewältigen kann.
Der wichtigste Test erfolgt per LAN
Wer wissen möchte, ob der Provider oder das eigene WLAN bremst, braucht zunächst eine kabelgebundene Referenzmessung. Der Testrechner sollte direkt mit dem Router verbunden werden. Repeater, Powerline, zusätzliche Switches und WLAN sollten für diese Vergleichsmessung möglichst nicht Teil des Datenwegs sein.
Die Bundesnetzagentur stellt für Festnetzanschlüsse eine Desktop-App bereit, mit der sich erreichte Download- und Uploadgeschwindigkeiten dokumentieren und mit den vertraglichen Angaben vergleichen lassen. Bei einer vollständigen Messkampagne entsteht ein Messprotokoll, das bei einer nachgewiesenen nicht vertragskonformen Leistung gegenüber dem Anbieter verwendet werden kann.
Für eine technische Erstdiagnose genügt bereits ein sauberer Vergleich:
- PC direkt per Ethernet anschließen;
- VPN deaktivieren;
- große parallele Downloads stoppen;
- Cloud-Synchronisation pausieren;
- sicherstellen, dass die Netzwerkkarte mit mindestens 1 Gbit/s verbunden ist;
- mehrere Messungen durchführen;
- Download, Upload und Latenz notieren;
- anschließend denselben Test über WLAN wiederholen.
Zeigt der LAN-Test beispielsweise 930 Mbit/s und der WLAN-Test 220 Mbit/s, liegt der Verdacht klar beim Heimnetz und nicht bei der Glasfaserzuführung. Zeigt bereits Ethernet nur 95 Mbit/s, sollte zuerst die Linkgeschwindigkeit zwischen ONT, Router und Testrechner kontrolliert werden.
Wer parallel Funkprobleme eingrenzen möchte, findet eine separate Anleitung dazu, warum das WLAN jeden Abend zur gleichen Uhrzeit ausfallen kann. Dort werden unter anderem Zeitsteuerung, DFS-Kanalwechsel, Mesh und lokale Funkstörer getrennt geprüft.
Warum WLAN trotz schneller Glasfaser deutlich langsamer sein kann
WLAN ist ein gemeinsam genutztes Funkmedium. Die beworbene WLAN-Datenrate eines Routers ist deshalb nicht mit der netto erreichbaren Internetgeschwindigkeit eines einzelnen Endgeräts gleichzusetzen. Entfernung, Wände, Nachbarnetze, Kanalbreite, Zahl der Antennen, WLAN-Generation und Fähigkeiten des Clients wirken gleichzeitig auf das Ergebnis.
Eine aktuelle FRITZ!Box 5590 Fiber wird beispielsweise mit Wi-Fi 6 und theoretischen WLAN-Datenraten von bis zu 2.400 Mbit/s auf 5 GHz und bis zu 1.200 Mbit/s auf 2,4 GHz angegeben. Diese Werte beschreiben die technische Funkklasse des Geräts und sind keine Garantie, dass ein einzelnes Smartphone im Alltag dieselbe Netto-Datenrate erreicht.
2,4 GHz und 5 GHz nicht verwechseln
2,4 GHz erreicht meist größere Entfernungen und durchdringt Hindernisse besser, verfügt jedoch über weniger freien Funkraum und ist häufig stärker durch andere WLANs oder Geräte belastet. 5 GHz bietet mehr Kapazität und kann bei kurzer Distanz höhere Datenraten erreichen, verliert durch Wände jedoch schneller an Signalstärke. AVM weist ebenfalls darauf hin, dass neben 2,4 GHz das weniger störanfällige 5-GHz-Band genutzt werden kann; moderne Tri-Band-Systeme können zusätzlich 6 GHz einsetzen.
Eine ausführliche Einordnung findet sich im Beitrag 2,4 GHz oder 5 GHz: Was ist im Alltag besser?. Dort werden Reichweite, Geschwindigkeit, Wanddurchdringung und typische Einsatzbereiche direkt miteinander verglichen.
| Situation | Häufig sinnvoll |
|---|---|
| direkt neben dem Router | 5 GHz oder 6 GHz |
| ein bis zwei Räume entfernt | 5 GHz testen |
| mehrere massive Wände | 2,4 GHz kann stabiler sein |
| sehr viele Nachbarnetze | 5/6 GHz bevorzugen, wenn Reichweite reicht |
| Smart-Home-Geräte | häufig 2,4 GHz |
| hohe Datenrate am festen Arbeitsplatz | Ethernet oder leistungsfähiger Access Point |
Wer nach dem Glasfaserwechsel nur im Wohnzimmer gute Werte erreicht, im Arbeitszimmer aber deutlich verliert, hat daher möglicherweise kein Glasfaserproblem, sondern ein klassisches Abdeckungsproblem.
Mesh und Repeater: Mehr Balken bedeuten nicht automatisch mehr Geschwindigkeit
Repeater lösen Reichweitenprobleme, können aber selbst zum Engpass werden. Besonders entscheidend ist die Verbindung zwischen Repeater und Hauptrouter, der sogenannte Backhaul. Steht ein Repeater bereits an einem Ort mit schwachem Empfang, kann er zwar ein starkes WLAN-Signal für das Smartphone erzeugen, erhält die Daten jedoch selbst nur langsam vom Router.
Das führt zu einem typischen Fehlerbild: Das Smartphone zeigt volle WLAN-Balken, der Speedtest bleibt trotzdem langsam.
Ein kabelgebundener Access Point beziehungsweise Ethernet-Backhaul umgeht dieses Problem weitgehend, weil die Verbindung zum Hauptrouter nicht erneut über dieselbe schwache Funkstrecke erfolgen muss. Auch Hersteller moderner Mesh-Systeme sehen Ethernet als mögliche Anbindung ihrer Mesh-Komponenten vor.
Für die Diagnose sollte deshalb einmal vollständig ohne Repeater getestet werden:
- direkt neben dem Hauptrouter messen;
- Repeater ausschalten;
- dasselbe Gerät erneut verbinden;
- Geschwindigkeit dokumentieren;
- Repeater wieder einschalten;
- am selben Standort erneut messen.
Ist die Verbindung ohne Repeater deutlich schneller, müssen Standort, Backhaul oder Mesh-Zuordnung geprüft werden.
Auch das Endgerät kann den Gigabit-Anschluss begrenzen
Bei einer Glasfaserumstellung wird häufig der Anschluss modernisiert, während Smartphone, Notebook oder WLAN-Adapter unverändert bleiben. Genau dort kann der nächste Flaschenhals liegen. Ein älterer Client unterstützt möglicherweise nur ältere WLAN-Standards, weniger räumliche Datenströme oder schmalere Funkkanäle.
Auch Energiesparfunktionen, Treiber und automatische Bandwechsel können Ergebnisse beeinflussen. Unter Android kann das Telefon bei als schlecht bewerteter WLAN-Verbindung sogar zwischen WLAN und Mobilfunk wechseln. Für dieses Verhalten gibt es eine separate Prüfanleitung zum ständigen Wechsel zwischen WLAN und mobilen Daten.
Der Gegencheck ist einfach: Werden auf demselben Platz mit einem modernen Notebook 700 Mbit/s und mit einem älteren Smartphone nur 120 Mbit/s erreicht, funktioniert der Glasfaseranschluss offensichtlich schneller als das schwächere Endgerät.
Router-Standort nach dem Glasfaserausbau nicht unterschätzen
Ein Glasfaseranschluss verändert häufig den Standort der Netztechnik. Während der frühere DSL-Router zentral im Flur stand, wird das ONT bei FTTH möglicherweise im Hauswirtschaftsraum, Keller oder nahe der Hauseinführung installiert. Wird der WLAN-Router anschließend ebenfalls dort aufgestellt, kann die Funkabdeckung schlechter sein als vor dem Glasfaserwechsel.
Das ist einer der Fälle, in denen sich der Anschluss objektiv verbessert, das Nutzererlebnis aber verschlechtert.
Router sollten möglichst frei und sinnvoll innerhalb der genutzten Wohnfläche positioniert werden. Massive Wände, Metallflächen, Heizkörper und geschlossene Schränke schwächen die Funkverbindung. AVM empfiehlt für eine bessere WLAN-Abdeckung ebenfalls eine günstige Positionierung und die Optimierung des Funknetzes.
Praktisch gibt es dann drei Lösungen:
- Ethernet vom ONT zu einem zentraler gelegenen Router legen;
- Router am ONT belassen und kabelgebundene Access Points einsetzen;
- ein sauber geplantes Mesh mit ausreichend starkem Backhaul verwenden.
Der ONT muss nicht dort stehen, wo das beste WLAN benötigt wird. Entscheidend ist, dass sich das Datensignal sinnvoll vom Netzabschluss zu den Access Points verteilen lässt.

Welche Messwerte bei 500 oder 1.000 Mbit/s plausibel sind
Eine pauschale Sollzahl für WLAN wäre unseriös, weil Endgerät, Frequenzband, Kanalbreite und Umgebung zu unterschiedlich sind. Ein 1-Gbit/s-Tarif bedeutet deshalb nicht, dass jedes Mobilgerät in jedem Raum exakt 1.000 Mbit/s messen muss.
Für die Diagnose ist der Vergleich zwischen mehreren Ebenen wesentlich aussagekräftiger:
| Messpunkt | Beispiel |
|---|---|
| Vertrag | 1.000 Mbit/s |
| LAN direkt am Router | 930 Mbit/s |
| WLAN 5 GHz direkt am Router | 700 Mbit/s |
| WLAN zwei Räume weiter | 310 Mbit/s |
| Repeater im Schlafzimmer | 180 Mbit/s |
Dieses Muster würde eher für einen funktionierenden Glasfaseranschluss und zunehmende Verluste innerhalb des Funknetzes sprechen.
Anders sieht es aus, wenn bereits die direkte Ethernet-Verbindung dauerhaft weit unter den vertraglich vorgesehenen Werten bleibt. Dann sollten ONT, Router, Providerprofil und Anschluss untersucht werden. Die Bundesnetzagentur erlaubt über ihre Desktop-App eine formalisierte Messkampagne zur Prüfung vertraglicher Minderleistung.
„Ihre Internetgeschwindigkeit im Festnetz überprüfen Sie mit der Breitbandmessung Desktop-App.“
— Bundesnetzagentur zu den Verbraucherrechten bei Festnetzanschlüssen.
Die systematische Prüfung in der richtigen Reihenfolge
Mehrere Router-Einstellungen gleichzeitig zu ändern erschwert die Fehlersuche. Besser ist ein reproduzierbarer Test, bei dem nach jedem Schritt erneut gemessen wird.
Phase 1: Anschluss und ONT
Zuerst Statusanzeigen und Providerinformationen prüfen. Danach das Ethernet-Kabel zwischen ONT und Router kontrollieren und die ausgehandelte Linkgeschwindigkeit feststellen.
Liegt dort nur 100 Mbit/s an, muss dieser Engpass beseitigt werden, bevor WLAN-Einstellungen verändert werden.
Phase 2: Router und Ethernet
Anschließend einen leistungsfähigen Rechner direkt per LAN anschließen. Der verwendete Port und die Netzwerkkarte müssen zum Tarif passen.
Sind die kabelgebundenen Werte plausibel, kann der Provideranschluss zunächst aus der WLAN-Diagnose herausgenommen werden.
Phase 3: WLAN direkt am Router
Jetzt mit demselben Endgerät direkt neben dem Router messen. Idealerweise werden 2,4 und 5 GHz getrennt getestet.
Ist 5 GHz unmittelbar am Router deutlich schneller, aber im Nachbarraum schlechter, handelt es sich um ein Reichweiten- beziehungsweise Dämpfungsproblem.
Phase 4: Mesh und Räume
Erst danach Repeater beziehungsweise weitere Access Points einbeziehen. Jeder Knoten sollte einzeln getestet werden.
So lässt sich erkennen, ob der Router, der Funk-Backhaul oder lediglich ein bestimmter Raum die Geschwindigkeit begrenzt.
Wann der Provider eingeschaltet werden sollte
Der Provider ist der richtige Ansprechpartner, wenn bereits die direkte kabelgebundene Messung am korrekt konfigurierten Anschluss deutlich zu niedrig ausfällt. Hilfreich sind dabei konkrete Messwerte statt der allgemeinen Aussage „WLAN ist langsam“.
Dokumentiert werden sollten:
- gebuchter Tarif;
- Datum und Uhrzeit;
- Download und Upload;
- verwendeter Router;
- ONT-Modell, sofern bekannt;
- Linkgeschwindigkeit zwischen ONT und Router;
- verwendeter LAN-Port;
- Netzwerkkarte des PCs;
- Ergebnis mehrerer Messungen;
- auffällige Fehlermeldungen im Routerprotokoll.
Bei einer erheblichen, kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichung kann die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur zum formalen Nachweis einer nicht vertragskonformen Leistung verwendet werden. Das daraus erzeugte Messprotokoll kann dem Anbieter vorgelegt werden.
Häufige Fragen zu langsamem WLAN nach dem Glasfaseranschluss
Warum ist mein WLAN mit Glasfaser langsamer als vorher?
Häufig hat sich nicht die Internetleitung verschlechtert, sondern die WLAN-Situation verändert. Der neue Router kann an einem ungünstigeren Ort stehen, ein anderes Frequenzband verwenden oder über einen schwachen Repeater angebunden sein. Deshalb sollte zuerst ein LAN-Vergleichstest durchgeführt werden.
Muss der Router nach dem Glasfaserwechsel ersetzt werden?
Nicht grundsätzlich. Ein vorhandener Router kann hinter einem ONT weiterverwendet werden, wenn er den erforderlichen WAN-Modus, die Geschwindigkeit und die benötigten Funktionen unterstützt. Bei sehr alten Geräten können jedoch 100-Mbit-Ports, langsame Routing-Hardware oder ältere WLAN-Standards begrenzen.
Was bedeutet ONT bei Glasfaser?
ONT steht für Optical Network Terminal. Das Gerät bildet bei vielen FTTH-Anschlüssen den optischen Netzabschluss und übergibt die Internetverbindung an einen Router. Alternativ gibt es Router mit integriertem Glasfasermodem, die direkt an der Glasfaser betrieben werden können.
Warum bekomme ich über LAN nur rund 90 Mbit/s?
Ein Wert in diesem Bereich passt häufig zu einer Ethernet-Verbindung, die nur mit 100 Mbit/s statt 1 Gbit/s ausgehandelt wurde. Kabel, Port, Switch und Netzwerkkarte sollten kontrolliert werden. Erst wenn der Ethernet-Link korrekt arbeitet, lohnt sich eine weitere WLAN-Diagnose.
Ist 5 GHz bei Glasfaser immer besser?
Nein. 5 GHz ermöglicht häufig höhere Datenraten und ist weniger durch das stark belegte 2,4-GHz-Band eingeschränkt, verliert aber über größere Distanzen und durch Wände stärker an Signal. Welches Band besser funktioniert, hängt deshalb vom Standort ab.
Brauche ich für Gigabit-Glasfaser Wi-Fi 7?
Nein. Wi-Fi 7 ist keine Voraussetzung für einen Gigabit-Glasfaseranschluss. Auch leistungsfähige Wi-Fi-6-Systeme können hohe Datenraten liefern. Ob ein einzelnes Gerät die volle Anschlussgeschwindigkeit erreicht, hängt zusätzlich von dessen WLAN-Hardware, Signalqualität und Umgebung ab. Aktuelle Glasfaser-Router sind sowohl mit Wi-Fi 6 als auch mit Wi-Fi 7 erhältlich.
Ein langsames WLAN nach der Glasfaserinstallation lässt sich damit meist auf eine konkrete Ebene reduzieren: ONT, WAN-Verbindung, Router, Ethernet, WLAN oder Endgerät. Die schnellste Diagnose beginnt nicht mit einem Router-Neukauf, sondern mit einer sauberen LAN-Referenzmessung. Ist der Anschluss dort schnell, muss das Heimnetz optimiert werden; ist bereits Ethernet deutlich zu langsam, gehören ONT, Portgeschwindigkeit und Provideranschluss geprüft.
Sie können dies und weitere nützliche Informationen auf unserer Website nachlesen. Wir empfehlen Ihnen außerdem die Lektüre folgender Artikel: Apple Pay: „Karte konnte nicht hinzugefügt werden“ – diese Ursachen liegen nicht immer bei der Bank
