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KI in Messengern: Welche persönlichen Daten KI sieht und welche Rechte Sie prüfen sollten

KI in Messengern erhält Zugriff auf immer mehr persönliche Daten. Welche Berechtigungen für Mikrofon, Kamera, Kontakte, Standort, Fotos und KI-Chats Nutzer auf Android und iPhone jetzt prüfen sollten

von Adham Gurtel

KI in Messengern kann heute deutlich mehr verarbeiten als eine einzelne Frage in einem separaten Chatfenster, wie die Redaktion von Techify.de. Sprachfunktionen benötigen Mikrofonzugriff, Bilderkennung arbeitet mit Fotos oder Kameraaufnahmen, Assistenten können Dateien erhalten und manche Dienste lassen KI gezielt Inhalte aus bestehenden Unterhaltungen als Kontext nutzen. Mit jeder zusätzlichen Funktion wächst deshalb die Zahl der Stellen, an denen Nutzer kontrollieren sollten, welche Daten tatsächlich freigegeben sind.

Entscheidend ist jedoch eine wichtige Trennung: Wenn WhatsApp, Telegram oder Signal beispielsweise Zugriff auf Mikrofon, Kontakte oder Fotos besitzt, bedeutet das nicht automatisch, dass eine integrierte KI jederzeit sämtliche Daten auslesen darf. Relevant sind mindestens drei Ebenen: die Berechtigungen der Messenger-App im Betriebssystem, die Datenschutzoptionen innerhalb des Messengers und die Daten, die bewusst an eine KI, einen Bot oder eine zusätzliche Funktion übergeben werden. Genau diese Ebenen sollten Nutzer auf Android und iPhone getrennt prüfen.

Warum KI-Funktionen in Messengern mehr Datenkontext bekommen

Messenger entwickeln sich von reinen Chatprogrammen zu Plattformen mit Übersetzung, Zusammenfassungen, Sprachassistenten, Bilderzeugung, Suchfunktionen und Bots.

Meta AI ist beispielsweise inzwischen direkt in WhatsApp, Messenger, Facebook und Instagram integriert. Meta beschreibt den Assistenten selbst als System, das Text, Bilder, Sprache und Dateien verarbeiten kann. Gleichzeitig muss zwischen normalen privaten Chats und einer direkten Interaktion mit Meta AI unterschieden werden.

Die offizielle WhatsApp-Hilfe zu Meta AI stellt dazu ausdrücklich klar, dass persönliche Nachrichten mit Freunden und Familie nicht automatisch vom KI-Assistenten gelesen werden. Die Inhalte dieser Chats bleiben Ende-zu-Ende verschlüsselt. Meta AI sieht grundsätzlich das, was Nutzer der KI selbst übermitteln oder über dafür vorgesehene Funktionen freigeben.

“Meta AI can read what is shared with it, but your personal messages remain end-to-end encrypted.”

Damit ist Meta AI Datenschutz komplizierter als die pauschale Frage, ob „WhatsApp die Chats liest“.

Sobald ein Nutzer einen Ausschnitt aus einer Unterhaltung an die KI weitergibt, einen KI-Assistenten direkt anspricht oder eine Funktion aktiviert, die Chatkontext verarbeitet, entsteht ein anderer Datenfluss.

Meta bietet 2026 beispielsweise Side Chat mit Meta AI an. Dabei kann der Nutzer die KI um Hilfe zu einem bestimmten Einzel- oder Gruppenchat bitten. Laut WhatsApp geschieht die Verarbeitung über die sogenannte Private-Processing-Infrastruktur. Der relevante Chatkontext wird zur Bearbeitung verwendet, soll aber für Meta und WhatsApp selbst nicht sichtbar sein. Die Funktion ist optional und wird schrittweise bereitgestellt.

Seit Mai 2026 wird außerdem Incognito Chat für Meta AI ausgerollt. Nach Angaben von Meta werden solche Unterhaltungen in einer abgeschirmten Umgebung verarbeitet, nicht dauerhaft gespeichert und verschwinden standardmäßig.

Diese Entwicklung zeigt das Grundproblem deutlich: Nicht jede KI-Funktion hat dieselben Datenschutzbedingungen.

Ein normaler privater Chat, eine direkte Unterhaltung mit einem KI-Assistenten und eine temporäre Private-Processing-Sitzung sind technisch und datenschutzrechtlich unterschiedliche Situationen.

Wer Meta AI besonders intensiv verwendet, sollte deshalb nicht nur auf das Vorhandensein der Funktion schauen. Auch Nutzungsmodell und Integration ändern sich. Die neuen kostenpflichtigen KI-Kontingente und App-Pakete sind beispielsweise in der Übersicht zu WhatsApp Plus, Meta One und den neuen KI-Abos zusammengefasst.

App-Berechtigung und KI-Zugriff sind nicht dasselbe

Auf einem Smartphone entscheidet zunächst Android oder iOS, ob eine App bestimmte Hardware oder Daten verwenden darf.

Zu den wichtigsten App-Berechtigungen für Messenger gehören:

BerechtigungWas eine Messenger-App damit grundsätzlich tun kannWann sie häufig benötigt wird
MikrofonAudio aufnehmenSprachnachrichten, Anrufe, Sprach-KI
KameraFotos und Videos aufnehmenVideoanrufe, QR-Codes, Bilder für KI
KontakteAdressbuch lesenKontakte im Messenger finden
Fotos/VideosMediendateien auswählen oder lesenDateien versenden, Bilder analysieren
Standortungefähren oder genauen Standort verwendenStandortfreigabe
DateienDokumente auswählen oder verarbeitenAnhänge, KI-Analyse
BenachrichtigungenNachrichten auf dem Gerät anzeigenChat- und Anrufhinweise
Bluetooth/Nearby DevicesGeräte erkennen oder verbindenHeadsets, bestimmte Anruffunktionen

Google dokumentiert für Android unter anderem Berechtigungen für Kamera, Mikrofon, Kontakte, Dateien, Standort, Fotos, Videos, SMS und Nearby Devices. Diese lassen sich für einzelne Apps wieder ändern oder vollständig entziehen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein KI-Modell automatisch jede freigegebene Kategorie erhält.

Ein Beispiel: WhatsApp braucht Mikrofonzugriff für eine Sprachnachricht. Meta AI erhält dadurch nicht automatisch Zugriff auf jedes Gespräch in der Nähe des Smartphones.

Meta erklärt dazu:

“We do not use your microphone unless you’ve given us permission.”

Nach Angaben des Unternehmens wird das Mikrofon außerdem nur eingesetzt, wenn eine Funktion aktiv verwendet wird, die den Zugriff benötigt. Dazu kann beispielsweise eine Sprachunterhaltung mit Meta AI gehören.

Genau deshalb sollte eine Datenschutzprüfung nicht bei der Frage enden: „Hat die App Zugriff auf das Mikrofon?“

Zusätzlich sollte geprüft werden:

  • Welche konkrete Funktion nutzt den Zugriff?
  • Wird die KI dabei ausdrücklich gestartet?
  • Bleibt die Verarbeitung lokal oder erfolgt sie auf Servern?
  • Wird der Inhalt gespeichert?
  • Wird er zur Personalisierung verwendet?
  • Kann der Verlauf gelöscht werden?
  • Gibt es einen privaten oder temporären Modus?
  • Kann der Zugriff auf einzelne Fotos oder Kontakte begrenzt werden?

Diese Messenger-Berechtigungen sollten Nutzer jetzt prüfen

Wer mehrere Messenger installiert hat, sollte zuerst die Berechtigungen kontrollieren, die besonders sensible Informationen liefern können.

An erster Stelle stehen Kamera und Mikrofon.

Beide erlauben einer App direkten Zugriff auf Sensoren des Geräts. Betriebssysteme begrenzen diesen Zugriff inzwischen deutlich stärker als früher. Trotzdem können Nutzer über Jahre Berechtigungen angesammelt haben, die für ihre heutige Nutzung gar nicht mehr nötig sind.

Auf Android führt der Weg normalerweise über:

Einstellungen → Apps → gewünschte App → Berechtigungen

Je nach Hersteller können die Bezeichnungen leicht abweichen.

Google bietet außerdem ein Privacy Dashboard. Dort lässt sich erkennen, welche Anwendungen auf bestimmte Berechtigungen zugegriffen haben. Auf Android 13 und neueren Versionen kann das Dashboard laut Google die entsprechende Aktivität der vergangenen sieben Tage anzeigen; Android 12 zeigt einen kürzeren Zeitraum.

Damit lässt sich beispielsweise überprüfen, ob WhatsApp, Telegram oder ein anderer Messenger kürzlich Mikrofon, Kamera oder Standort verwendet hat.

Kamera und Mikrofon nicht dauerhaft freigeben, wenn es nicht nötig ist

Für Sprach- und Videoanrufe sind Kamera und Mikrofon unverzichtbar.

Wer diese Funktionen allerdings selten verwendet, kann überprüfen, ob eine restriktivere Berechtigung ausreicht.

Android unterscheidet je nach Berechtigung und Systemversion unter anderem zwischen:

  • Zugriff erlauben;
  • nur während der Nutzung der App erlauben;
  • jedes Mal fragen;
  • nicht erlauben.

Zusätzlich lassen sich Kamera und Mikrofon systemweit blockieren.

Auf dem iPhone findet sich die Kontrolle unter:

Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Mikrofon beziehungsweise Kamera

Apple zeigt dort alle Apps an, die den jeweiligen Zugriff angefordert haben.

Während eine App das Mikrofon verwendet, erscheint auf aktuellen iPhones ein orangefarbener Indikator. Bei Kameranutzung erscheint ein grüner Punkt. Über das Kontrollzentrum lässt sich außerdem erkennen, welche Anwendung einen Sensor zuletzt genutzt hat.

Für Nutzer ist diese Anzeige besonders hilfreich, wenn KI im Messenger auf persönliche Daten zugreifen kann, die über Sprache oder Kamera aktiv bereitgestellt werden.

Ein dauerhaft freigegebenes Mikrofon ist nicht automatisch ein Beleg dafür, dass eine Anwendung ständig mithört. Es erweitert jedoch die technischen Möglichkeiten der App. Deshalb sollte die Freigabe auf tatsächlich benötigte Anwendungen begrenzt bleiben.

Wie problematisch eine Kombination aus KI-Assistent und weitreichenden Systemrechten werden kann, zeigte zuletzt auch die Analyse der Muse-Sicherheitslücke mit Zugriffsmöglichkeiten auf Mail, Kamera, Mikrofon und Dateien. Dabei ging es nicht um eine typische Messenger-Lücke. Der Fall zeigt aber, weshalb KI-Agenten mit vielen Berechtigungen ein besonders attraktives Angriffsziel darstellen.

KI in Messengern: Welche persönlichen Daten KI sieht und welche Rechte Sie prüfen sollten

Kontakte: vollständiges Adressbuch ist nicht immer notwendig

Kontaktzugriff wirkt auf den ersten Blick weniger sensibel als Kamera oder Mikrofon.

Tatsächlich kann ein Adressbuch jedoch Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Firmennamen und weitere personenbezogene Informationen über zahlreiche andere Menschen enthalten.

Auf dem iPhone kann der Zugriff inzwischen deutlich feiner eingeschränkt werden.

Unter:

Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Kontakte

lässt sich für unterstützte Apps festlegen, ob die Anwendung alle Kontakte oder lediglich ausgewählte Einträge sehen darf. Apple beschreibt ausdrücklich die Möglichkeit eines „Limited Access“, bei dem nur bestimmte Kontakte freigegeben werden.

Wer einen Messenger nur mit einigen Personen verwendet, muss deshalb nicht automatisch das gesamte Adressbuch zugänglich machen.

Signal dokumentiert beispielsweise offen, weshalb verschiedene Berechtigungen benötigt werden. Kontaktzugriff wird dort unter anderem verwendet, um vorhandene Telefonnummern mit Signal-Kontakten abzugleichen und Kontaktinformationen in der App darzustellen.

Gleichzeitig erklärt Signal, dass sein Dienst selbst keinen vollständigen Einblick in das Adressbuch erhalten soll und für die Kontakterkennung ein privates Verfahren verwendet wird.

“Signal messages and calls cannot be accessed by us or other third parties.”

Die Aussage bezieht sich auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Kommunikationsinhalte. Sie bedeutet nicht, dass jede Geräteberechtigung überflüssig wäre. Kamera, Mikrofon, Fotos oder Kontakte können weiterhin für konkrete Funktionen benötigt werden.

Wer zusätzlich auf die Sicherung seiner Kommunikation achtet, findet in der Analyse zu lokalen Signal-Backups auf dem iPhone und Secure Backups die Unterschiede zwischen lokal gespeicherten und serverbasierten Sicherungen.

Fotos, Dateien und Standort werden für KI besonders interessant

Multimodale KI kann mehr als Text verarbeiten.

Nutzer können inzwischen Screenshots erklären lassen, Dokumente zusammenfassen, Fotos analysieren oder Inhalte aus Dateien extrahieren lassen. Dadurch werden die Berechtigungen für Fotos und Dateien relevanter.

Auf einem iPhone sollte eine Messenger-App nach Möglichkeit nur Zugriff auf diejenigen Bilder erhalten, die tatsächlich benötigt werden.

Das gleiche Prinzip gilt auf Android.

Wer nur gelegentlich ein Foto über einen Messenger verschickt, sollte prüfen, ob der verwendete Dateiauswahldialog bereits ausreicht und ein dauerhafter umfassender Zugriff auf die gesamte Mediathek überhaupt notwendig ist.

Besonders problematisch können Screenshots sein.

Sie enthalten häufig Informationen, die beim Teilen übersehen werden:

  • vollständige Namen;
  • E-Mail-Adressen;
  • Kontonummern;
  • QR-Codes;
  • Bestellnummern;
  • Kundendaten;
  • medizinische Angaben;
  • private Chatverläufe;
  • Adressen;
  • Standortdaten;
  • Kennzeichen;
  • interne Unternehmensinformationen.

Wird ein solcher Screenshot zur Analyse direkt an eine KI geschickt, ist nicht mehr nur die Betriebssystemberechtigung entscheidend. Der Nutzer übermittelt den Inhalt aktiv an den jeweiligen KI-Dienst.

Bei Meta AI weist WhatsApp selbst darauf hin, keine Informationen zu senden, die Meta nicht kennen soll. Laut WhatsApp können direkt an Meta AI übermittelte Informationen zur Bereitstellung der Antwort und unter bestimmten Bedingungen zur Verbesserung der Modelle verwendet werden.

Für Nutzer in der EU kommt eine weitere Ebene hinzu.

Meta hatte angekündigt, Interaktionen mit Meta AI sowie öffentliche Inhalte erwachsener Nutzer für das Training seiner KI-Systeme in Europa zu verwenden. Private Unterhaltungen mit Freunden und Familie sollen dagegen nicht zum Training verwendet werden, sofern niemand aus dem Chat entsprechende Nachrichten aktiv an KI-Funktionen weitergibt.

Seit Dezember 2025 können Interaktionen mit Meta AI außerdem in unterstützten Regionen als Signal für Empfehlungen auf Meta-Diensten dienen. Meta nennt selbst das Beispiel, dass ein Gespräch mit der KI über Wandern später Empfehlungen zu entsprechenden Inhalten beeinflussen kann.

Eine Unterhaltung mit einem KI-Assistenten sollte deshalb nicht wie ein völlig folgenloses Gespräch mit einem Taschenrechner behandelt werden.

Telegram: Bei KI-Bots entscheidet der Betreiber mit

Bei Telegram ist eine zusätzliche Unterscheidung notwendig.

Telegram besitzt eigene KI-Funktionen. Gleichzeitig existiert dort ein großes Ökosystem aus Bots und Mini Apps externer Entwickler.

Gerade bei Telegram Bots Datenschutz muss deshalb geprüft werden, wer den Bot tatsächlich betreibt.

Telegram erklärt in seiner Datenschutzrichtlinie, dass externe Bots unter anderem öffentliche Kontodaten wie Anzeigename, Benutzername und Profilbild erhalten können. Sendet ein Nutzer einem Bot eine Nachricht, erhält der Bot selbstverständlich auch diesen Inhalt.

Bei Bots in Gruppen hängt der mögliche Zugriff von deren Modus und Berechtigungen ab.

Ein Bot mit entsprechendem Nachrichtenzugriff kann laut Telegram Gruppeninhalte sehen. Bei Telegram Business können verbundene Chatbots sogar Zugriff auf Nachrichten, Medien und Dateien der privaten Chats erhalten, die der Kontoinhaber ausdrücklich für den Bot freigegeben hat. Diese Rechte lassen sich unter Telegram Business wieder ändern oder entziehen.

“Bots are not maintained by Telegram.”

Dieser kurze Satz aus der Telegram-Datenschutzrichtlinie ist für die Praxis entscheidend.

Ein externer KI-Bot kann technisch innerhalb von Telegram laufen, ohne dass Telegram selbst Betreiber des KI-Dienstes ist.

Nutzer sollten deshalb vor einer sensiblen Anfrage kontrollieren:

  1. Wer betreibt den Bot?
  2. Gibt es eine Datenschutzrichtlinie?
  3. Welche Nachrichten erhält der Bot?
  4. Ist er Mitglied einer Gruppe?
  5. Besitzt er dort Administratorrechte?
  6. Wird der Inhalt an externe KI-Anbieter weitergeleitet?
  7. Wie lange werden Daten gespeichert?
  8. Kann eine Löschung verlangt werden?

Telegram hat seine Regeln für Botentwickler inzwischen ebenfalls verschärft. Betreiber müssen über die Verarbeitung informieren und dürfen Telegram-Daten nicht beliebig zum Aufbau eigener KI-Datensätze sammeln. Direkt und freiwillig an einen Bot übermittelte Daten können jedoch verarbeitet werden, wenn Nutzer entsprechend informiert wurden und erforderliche Einwilligungen vorliegen.

Welche Einstellungen bei WhatsApp zusätzlich geprüft werden sollten

Neben klassischen Systemberechtigungen besitzt WhatsApp eigene Datenschutzschalter.

Unter Einstellungen → Datenschutz befindet sich der Privacy Checkup. Darüber können Nutzer mehrere Bereiche des Kontos überprüfen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Sichtbarkeit von Profilbild und Status;
  • „Zuletzt online“ und Online-Status;
  • Lesebestätigungen;
  • Gruppenberechtigungen;
  • unbekannte Anrufer;
  • Live-Standort;
  • verschwindende Nachrichten;
  • erweiterte Datenschutzoptionen.

Eine besonders interessante Funktion ist Advanced Chat Privacy.

Wird sie für einen Chat aktiviert, können Teilnehmer unter anderem keine Inhalte automatisch in die Galerie speichern, den Chat nicht exportieren und Meta AI nicht verwenden, um in diesem Chat Fragen beantworten, Bilder erzeugen oder Zusammenfassungen erstellen zu lassen.

WhatsApp betont gleichzeitig, dass Meta AI auch ohne diese Funktion nicht beliebig auf sämtliche Chats zugreifen kann. Advanced Chat Privacy blockiert vielmehr zusätzliche Wege, Inhalte aus einem bestimmten Chat heraus weiterzuverwenden.

Für sensible Gruppen kann diese Einstellung deshalb relevant sein.

Ein weiterer Punkt betrifft IP-Adressen.

WhatsApp bietet unter den erweiterten Datenschutzeinstellungen eine Option zum Deaktivieren von Linkvorschauen. Laut WhatsApp kann dies verhindern, dass beim Erstellen einer Vorschau die eigene IP-Adresse gegenüber der Zielseite sichtbar wird.

Diese Funktion hat zwar nicht unmittelbar mit generativer KI zu tun, gehört aber zur gleichen Datenschutzprüfung.

KI in Messengern: Welche persönlichen Daten KI sieht und welche Rechte Sie prüfen sollten

So sieht ein sinnvoller 10-Minuten-Check aus

Eine vollständige Prüfung muss nicht kompliziert sein.

Für die meisten Nutzer reichen zunächst zehn konkrete Schritte:

SchrittKontrolle
1Messenger öffnen, die tatsächlich genutzt werden
2Kamera-Berechtigung kontrollieren
3Mikrofon-Berechtigung kontrollieren
4Kontaktzugriff prüfen und möglichst begrenzen
5Foto- und Dateizugriff kontrollieren
6Standortfreigabe prüfen
7aktive KI-Chats und KI-Verläufe ansehen
8unbekannte Bots und Mini Apps entfernen
9Gruppen mit Bots auf deren Rechte kontrollieren
10interne Datenschutzoptionen des Messengers durchgehen

Auf Android ist zusätzlich das Privacy Dashboard hilfreich.

Auf iOS kann der App-Datenschutzbericht zeigen, wie häufig Anwendungen unter anderem auf Standort, Kamera oder Mikrofon zugreifen und mit welchen Internetdomains sie kommunizieren. Apple bietet die Funktion seit iOS 15.2 an.

Gerade bei Apps mit vielen KI-Funktionen liefert dieser Bericht einen wesentlich besseren Überblick als eine einmalige Kontrolle der Berechtigungen.

Ein vergleichbares Grundprinzip gilt übrigens auch außerhalb von Messengern. Die Analyse zu ChatGPT Computer History und den gespeicherten Mac-Aktivitäten zeigt, wie stark moderne Assistenten von zusätzlichem Kontext profitieren – und weshalb neue Kontextquellen jeweils eigene Kontrollmöglichkeiten benötigen.

Welche Daten besser gar nicht an Messenger-KI gesendet werden

Selbst gute Datenschutzeinstellungen ersetzen keine bewusste Auswahl der eingegebenen Informationen.

Besonders vorsichtig sollte man mit Daten sein, die für die jeweilige Aufgabe nicht erforderlich sind.

Dazu zählen:

  • Passwörter;
  • TAN- und Wiederherstellungscodes;
  • vollständige Kreditkartendaten;
  • private Schlüssel;
  • Ausweisdokumente;
  • vertrauliche medizinische Unterlagen;
  • vollständige Bankauszüge;
  • Kundendaten aus dem Beruf;
  • interne Vertragsunterlagen;
  • Zugangsdaten;
  • fremde private Nachrichten ohne Zustimmung;
  • nicht veröffentlichte Geschäftsunterlagen.

Benötigt eine KI beispielsweise Hilfe beim Formulieren einer Antwort auf eine Rechnung, reicht häufig der relevante Textabschnitt.

Name, Anschrift, IBAN, Kundennummer und Rechnungsnummer können vorher entfernt werden.

Das reduziert nicht nur Datenschutzrisiken. Es verkleinert auch den Datenumfang, der versehentlich gespeichert, protokolliert oder später erneut verwendet werden könnte.

Fragen und Antworten

Kann Meta AI automatisch alle meine WhatsApp-Nachrichten lesen?

Nein. Nach Angaben von WhatsApp bleiben persönliche Nachrichten und Anrufe Ende-zu-Ende verschlüsselt. Meta AI verarbeitet Inhalte, die Nutzer der KI gezielt schicken oder über dafür vorgesehene KI-Funktionen bereitstellen.

Bedeutet Mikrofonzugriff, dass eine Messenger-KI ständig mithört?

Nein. Die reine Betriebssystemberechtigung belegt kein permanentes Mithören. Sie ermöglicht der App technisch die Nutzung des Mikrofons unter den Regeln des Betriebssystems. Meta erklärt beispielsweise, dass das Mikrofon nur mit entsprechender Berechtigung und bei Funktionen genutzt wird, die es benötigen.

Welche Berechtigungen sind besonders sensibel?

Vor allem Mikrofon, Kamera, Kontakte, Standort, Fotos und Dateien. Sie können unmittelbar persönliche Informationen enthalten oder Zugang zu großen Datenbeständen des Smartphones ermöglichen.

Sind Telegram-KI-Bots Teil von Telegram?

Nicht zwangsläufig. Viele Bots werden von unabhängigen Entwicklern betrieben. Telegram weist selbst darauf hin, dass externe Bots keine Telegram-Dienste sind. Deshalb sollte für jeden Bot dessen eigener Betreiber und dessen Datenschutzregelung geprüft werden.

Kann ich einer Messenger-App den Kontaktzugriff wieder entziehen?

Ja. Android und iOS erlauben das nachträgliche Ändern von App-Berechtigungen. Auf neueren iPhones kann für unterstützte Apps sogar nur eine Auswahl bestimmter Kontakte freigegeben werden.

Was sollte ich zuerst überprüfen, wenn ich viele Messenger nutze?

Mikrofon, Kamera, Kontakte, Fotos, Dateien und Standort sollten zuerst kontrolliert werden. Danach folgen KI-Verläufe, Bots, Gruppenberechtigungen sowie die internen Datenschutzoptionen der einzelnen Messenger.

KI in Messengern wird künftig wahrscheinlich noch stärker mit vorhandenen Unterhaltungen, Dateien, Sprache und persönlichen Kontextinformationen arbeiten. Für Nutzer ist deshalb weniger entscheidend, ob ein Messenger überhaupt KI enthält. Entscheidend ist, welche Informationen die konkrete Funktion erhält, auf welcher Grundlage sie verarbeitet werden und ob sich dieser Zugriff wieder begrenzen lässt.

Die wirksamste Kontrolle bleibt eine Kombination aus restriktiven Betriebssystemberechtigungen, sorgfältig gewählten Messenger-Einstellungen und einer einfachen Regel: Einer KI nur die Informationen geben, die sie für die konkrete Aufgabe tatsächlich benötigt.

Sie können dies und weitere nützliche Informationen auf unserer Website nachlesen. Wir empfehlen Ihnen außerdem die Lektüre folgender Artikel: Meta One startet: Was WhatsApp Plus, Instagram Plus und die neuen KI-Abos in Deutschland kosten und bieten

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