Surface Pro 12 mit Snapdragon X2 Plus ist Microsofts nächste Stufe für den kompakten Windows-on-ARM-PC. Das am 23. September 2026 vorgestellte 12-Zoll-Modell der zweiten Generation ersetzt den bisherigen Snapdragon X Plus durch Qualcomms neueren Snapdragon X2 Plus und soll dabei vor allem vier Bereiche verbessern: CPU-Leistung, integrierte Grafik, lokale KI-Verarbeitung und Energieeffizienz. Microsoft nennt gegenüber dem ersten Surface Pro 12 bis zu 17 Prozent mehr Leistung in Office-Workloads, mehr als 60 Prozent höhere Grafikleistung und bis zu 95 Prozent schnellere lokale KI-Inferenz, wie die Redaktion von Techify.de.
Der Wechsel ist damit größer als ein gewöhnliches Prozessor-Refresh. Qualcomm hat beim Snapdragon X2 Plus die dritte Generation seiner Oryon-CPU eingeführt, die NPU von 45 auf 80 TOPS angehoben und die Speicheranbindung beschleunigt. Microsoft nutzt diese Plattform, um das Surface Pro 12 weiterhin lüfterlos und leicht zu halten, gleichzeitig aber mehr Leistung für lokale KI, Grafik und produktive Windows-Anwendungen bereitzustellen. Das neue Modell startet in ausgewählten Märkten am 13. Oktober 2026 zu einem US-Listenpreis von 1.149,99 Dollar.
Snapdragon X2 Plus ersetzt im Surface Pro 12 den bisherigen X Plus
Die erste Generation des Surface Pro 12 setzte auf einen achtkernigen Snapdragon X Plus. Microsoft kombiniert diesen Chip mit einer Hexagon-NPU, die 45 TOPS erreicht, sowie einer integrierten Adreno-GPU. Das Gerät wiegt rund 686 Gramm, besitzt ein 12-Zoll-PixelSense-LCD mit 2.880 × 1.920 Pixeln und arbeitet ohne Lüfter.
Mit dem neuen Modell ändert Microsoft nicht grundsätzlich das Konzept. Das Surface Pro 12 bleibt ein leichtes 2-in-1-Gerät mit ARM-Prozessor, Touchscreen und optionaler Tastatur beziehungsweise Surface Slim Pen. Der entscheidende Unterschied steckt im SoC.
Qualcomm spezifiziert den Snapdragon X2 Plus grundsätzlich in zwei Varianten: als Zehnkernmodell X2P-64-100 und als Sechskernmodell X2P-42-100.
Beide verwenden die dritte Generation der Qualcomm-Oryon-CPU und besitzen eine Hexagon-NPU mit 80 TOPS. Der Zehnkerner arbeitet mit bis zu 4,0 GHz, 34 MB Cache und einer Adreno-GPU mit bis zu 1,7 GHz. Der Sechskerner erreicht ebenfalls bis zu 4,0 GHz, verfügt jedoch über 22 MB Cache und eine niedriger taktende GPU.
Microsoft nennt in seiner Ankündigung nicht jede interne SKU-Nummer des Surface-Pro-Chips. Deshalb sollte aus Qualcomms allgemeinem Datenblatt nicht automatisch auf jede Detailkonfiguration des Tablets geschlossen werden.
Gesichert ist dagegen, dass Microsoft beim neuen Surface Pro 12 mit Snapdragon X2 Plus deutliche Leistungsgewinne gegenüber dem Vorgänger gemessen hat.
| Bereich | Surface Pro 12, 1. Generation | Surface Pro 12, 2. Generation |
|---|---|---|
| Prozessorfamilie | Snapdragon X Plus | Snapdragon X2 Plus |
| CPU-Generation | Qualcomm Oryon | Qualcomm Oryon, 3. Generation |
| NPU | Hexagon, 45 TOPS | Hexagon, Plattform bis 80 TOPS |
| Office-Leistung | Referenzwert | bis zu 17 % schneller |
| Grafik | bisherige Adreno-Generation | mehr als 60 % schneller laut Microsoft-Test |
| lokale KI | Referenzwert | bis zu 95 % schnellere Inferenz |
| Akkueffizienz | Referenzwert | bis zu 18 % effizienter |
| Kühlung | lüfterlos | lüfterlos |
| Marktstart | 2025 | 13. Oktober 2026 |
| Einstiegspreis USA | ursprünglich ab 1.049,99 Dollar | 1.149,99 Dollar |
Microsoft hat die Prozentwerte mit eigenen September-2026-Tests ermittelt. Für Office kam UL Procyon Office Productivity zum Einsatz, für Grafik 3DMark Steel Nomad Lite und für lokale KI Procyon AI. Solche Herstellerbenchmarks zeigen die technische Richtung, ersetzen aber keine unabhängigen Langzeittests mit Seriengeräten.
Was Qualcomm an der CPU für Windows on ARM geändert hat
Die wichtigste CPU-Änderung liegt nicht allein in einer höheren Taktrate. Snapdragon X2 Plus verwendet Qualcomms dritte Oryon-Generation und wurde gezielt für dünne Windows-PCs entwickelt, bei denen Leistung pro Watt mindestens so entscheidend ist wie maximale Spitzenleistung.
Qualcomm gibt für Snapdragon X2 Plus gegenüber der vorherigen Plattformgeneration bis zu 35 Prozent mehr Single-Core-Leistung bei gleichzeitig 43 Prozent geringerem Energieverbrauch an.
Diese Werte stammen aus den Vergleichsmessungen des Herstellers und gelten daher nicht automatisch für jede Surface-Konfiguration. Sie erklären jedoch, warum Microsoft sowohl mehr Leistung als auch eine bessere Akkueffizienz nennt.
Gerade bei einem lüfterlosen 12-Zoll-Gerät ist das relevant. Ein Prozessor kann nur so lange hohe Frequenzen halten, wie Stromversorgung und thermisches Budget es zulassen.
Microsoft erklärt, dass Surface-Ingenieure bereits während der Chipentwicklung mit Qualcomm zusammenarbeiten, um Snapdragon X2 an dünne und leichte Geräte anzupassen. Genannt werden dabei unter anderem konstante Leistung, niedriger Energieverbrauch, geräuscharmer Betrieb und lokale KI-Verarbeitung.
„What matters is hour six.“
— Microsoft zur Bedeutung von Dauerleistung statt reiner Spitzenwerte bei den neuen Surface-Modellen.
Das ist für Windows on ARM ein wichtiger Punkt. Frühere ARM-PCs wurden oft vor allem über lange Laufzeiten positioniert. Mit der X-Serie versucht Qualcomm dagegen, die Architektur auch bei klassischen Notebook-Workloads auf Augenhöhe mit x86-Plattformen zu bringen.
Für Nutzer bedeutet die neue CPU vor allem Verbesserungen bei Arbeitslasten, die stark auf einzelne schnelle Kerne reagieren: Office, Browser, leichtes Coding, Bildbearbeitung, UI-Reaktionszeit und zahlreiche ältere Programme, die weiterhin über Windows-Emulation ausgeführt werden.
Warum 80 TOPS bei der NPU relevanter werden als beim ersten Surface Pro 12
Der größte nominelle Sprung findet bei der KI-Einheit statt. Der bisherige Snapdragon X Plus liefert 45 TOPS NPU-Leistung. Beim Snapdragon X2 Plus nennt Qualcomm 80 TOPS.
Das entspricht gegenüber 45 TOPS einer theoretischen Steigerung von rund 78 Prozent. Microsoft misst beim neuen Surface Pro 12 in seinem Procyon-AI-Test sogar bis zu 95 Prozent schnellere lokale KI-Inferenz als beim Vorgänger.
TOPS sind allerdings kein universeller Leistungswert. Zwei NPUs mit gleicher TOPS-Zahl können je nach Modell, Datentyp, Speicherbandbreite und Softwareoptimierung unterschiedliche Ergebnisse liefern. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Rechenkapazität, sondern auch, ob Windows oder eine konkrete Anwendung die NPU überhaupt nutzt.
Qualcomm positioniert die 80-TOPS-Hexagon-NPU ausdrücklich für sogenannte agentische KI. Damit sind Anwendungen gemeint, die mehrere Verarbeitungsschritte lokal koordinieren und nicht nur einen einzelnen Prompt an ein Cloud-Modell senden.
Die Plattform soll nach Angaben des Herstellers mehr als 50 lokale KI-Erlebnisse unterstützen. Zusätzlich bleibt der klassische Ansatz bestehen, einzelne Aufgaben zwischen CPU, GPU und NPU aufzuteilen.
Für Windows on ARM verschiebt sich damit der Schwerpunkt: Die NPU wird vom Zusatzbeschleuniger zu einer fest eingeplanten Recheneinheit neben CPU und GPU.
Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei Smartphones zu sehen. Dort verlagert Qualcomm immer mehr Kontext- und KI-Verarbeitung auf das Gerät. Ein ausführlicher Überblick dazu findet sich im Beitrag über lokale Snapdragon-KI und die Verarbeitung persönlicher Daten direkt auf dem Gerät.

Mehr als 60 Prozent schnellere Grafik: Warum die Adreno-GPU diesmal wichtiger ist
Die integrierte GPU war bei frühen Windows-on-ARM-Systemen häufig weniger im Fokus als CPU und Akkulaufzeit. Microsoft hebt beim neuen Surface Pro 12 dagegen ausdrücklich die Grafikleistung hervor.
Nach den eigenen Messungen mit 3DMark Steel Nomad Lite ist die zweite Generation mehr als 60 Prozent schneller als das erste Surface Pro 12 mit Snapdragon X Plus.
Qualcomm hat beim X2 Plus die Adreno-Plattform weiterentwickelt. Für die leistungsstärkere X2P-64-100-Konfiguration nennt der Hersteller eine GPU-Frequenz von 1,7 GHz.
Die Plattform unterstützt DirectX 12.2, Vulkan 1.4 und OpenCL 3.0. Außerdem kann die Speicherbandbreite des Systems bis zu 152 GB/s erreichen, während die bisherige X-Plus-Generation mit bis zu 135 GB/s spezifiziert ist.
Wo die zusätzliche GPU-Leistung im Alltag ankommt
Der Unterschied betrifft nicht nur Spiele. Eine schnellere integrierte GPU kann mehrere typische Surface-Workloads beschleunigen:
- GPU-beschleunigte Bildbearbeitung;
- Vorschau und Effekte in unterstützten Videoanwendungen;
- WebGL- und WebGPU-Anwendungen im Browser;
- mehrere hochauflösende externe Displays;
- GPU-beschleunigte KI-Modelle;
- 3D-Anwendungen;
- Spiele, sofern sie ARM64 oder die Windows-Emulation zuverlässig unterstützen.
Qualcomm gibt für Snapdragon X2 Plus Unterstützung für bis zu drei externe Displays mit 4K und 144 Hz oder ein 5K-Display mit 60 Hz auf Plattformebene an.
Welche Kombination das Surface Pro 12 tatsächlich über seine Anschlüsse unterstützt, hängt zusätzlich von Microsofts konkretem Hardwaredesign ab.
Die höhere GPU-Leistung löst außerdem nicht automatisch jedes Kompatibilitätsproblem von Windows on ARM. Ein Spiel kann genügend Rechenleistung besitzen und trotzdem an fehlenden ARM64-Komponenten, Treibern oder Anti-Cheat-Systemen scheitern.
Qualcomm hat hier bereits nachgebessert. Seit 2025 werden unter anderem herunterladbare Grafiktreiber, ein Snapdragon Control Panel, AVX2-Emulation und verbesserte Anti-Cheat-Unterstützung als Teile des PC-Ökosystems vorangetrieben.
Windows on ARM ist inzwischen mehr als nur native ARM-Software
Für Käufer eines Surface Pro 12 ist die Frage nach dem Prozessor nur die halbe Geschichte. Entscheidend ist, wie gut Windows 11 Anwendungen ausführt, die ursprünglich für x86- oder x64-Prozessoren entwickelt wurden.
Windows on ARM arbeitet heute mit einer Kombination aus nativen ARM64-Anwendungen und Emulation. Microsoft und Qualcomm haben diese Ebene über mehrere Generationen ausgebaut.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Windows-Anwendung automatisch identisch funktioniert wie auf Intel- oder AMD-Systemen. Programme mit speziellen Gerätetreibern, Virtualisierungskomponenten, älteren Plug-ins oder tiefen Systemintegrationen können weiterhin Sonderfälle darstellen.
Ein aktuelles Beispiel zeigt, dass auch native ARM-Systeme eigene Softwareprobleme bekommen können. Im September 2026 bestätigte Microsoft einen Fehler, durch den das neue Outlook und Teams auf bestimmten ARM-PCs nach Windows-Sicherheitsupdates nicht mehr starteten.
Der konkrete Fall und der Microsoft-Workaround sind im Beitrag über Outlook- und Teams-Probleme auf ARM-PCs nach Windows-Updates.
Der Fall ist kein Argument gegen ARM als Architektur. Er zeigt vielmehr, dass Snapdragon-PCs mittlerweile tief genug im regulären Windows-Ökosystem angekommen sind, um von denselben Treiber-, Update- und App-Abhängigkeiten betroffen zu sein, die auch andere Windows-Geräte kennen.
Speicherbandbreite steigt auf bis zu 152 GB/s
Ein weniger auffälliger, technisch aber relevanter Unterschied liegt im Speicher.
Qualcomm nennt für die neue X2-Plus-Plattform LPDDR5x und bis zu 152 GB/s Speicherbandbreite. Beim bisherigen Snapdragon X Plus liegt das dokumentierte Maximum bei 135 GB/s.
Damit steigt die maximale Plattformbandbreite um rund 12,6 Prozent.
Diese Reserve ist gerade deshalb relevant, weil CPU, GPU und NPU denselben Hauptspeicher nutzen. Wenn mehrere Recheneinheiten parallel Daten bewegen, kann Speicherbandbreite zu einem Flaschenhals werden.
Das betrifft beispielsweise:
- lokale Sprachmodelle mit größerem Kontext;
- Bildgenerierung;
- GPU-beschleunigte Foto- und Videoeffekte;
- Multitasking mit mehreren speicherintensiven Anwendungen;
- parallele CPU- und NPU-Workloads.
Eine höhere Bandbreite bedeutet nicht automatisch dieselbe prozentuale Beschleunigung jeder Anwendung. Sie reduziert aber die Wahrscheinlichkeit, dass schnellere Recheneinheiten auf Daten warten müssen.
Akkulaufzeit: Qualcomm erhöht Leistung, Microsoft verspricht trotzdem mehr Effizienz
Beim neuen Surface Pro 12 nennt Microsoft bis zu 18 Prozent bessere Akkueffizienz gegenüber dem Vorgänger. Gleichzeitig soll das Gerät bei aktivem Web-Browsing ungefähr eine zusätzliche Stunde erreichen.
Für den Browsertest verwendete Microsoft ein Vorseriengerät mit Snapdragon X2 Plus, 16 GB RAM und 256 GB Speicher. Die Displayhelligkeit lag bei 150 Nits, WLAN war aktiv und zwölf häufig besuchte Webseiten liefen über mehrere Tabs.
Wie bei allen standardisierten Akkutests können reale Ergebnisse deutlich abweichen. Helligkeit, Videokonferenzen, Browser-Erweiterungen, lokale KI, Gaming oder externe Displays beeinflussen den Verbrauch erheblich.
Der technische Ansatz hinter der Verbesserung ist nachvollziehbar: Qualcomm versucht beim X2 Plus, mehr Arbeit pro Watt zu erledigen. Der Hersteller nennt für die dritte Oryon-Generation gegenüber dem Vorgänger sowohl mehr CPU-Leistung als auch einen niedrigeren Energiebedarf.
„Every milliwatt counts.“
— Qualcomm zur Energieverwaltung des Snapdragon X2 Plus.
Für ein Surface Pro ohne Lüfter ist diese Effizienz doppelt relevant. Weniger verbrauchte Energie bedeutet nicht nur längere Laufzeit, sondern auch weniger Abwärme.
Microsoft Ink Canvas nutzt den neuen AI-PC stärker aus
Mit dem neuen Surface Pro 12 führt Microsoft zusätzlich Ink Canvas ein. Dabei handelt es sich um eine auf Stiftbedienung ausgelegte KI-Anwendung, mit der Nutzer direkt auf einer Arbeitsfläche zeichnen, kommentieren, Bilder erzeugen und Texte zusammenfassen können.
Die Anwendung soll auf dem neuen Pro 12 vorinstalliert sein und ab 13. Oktober auch über den Microsoft Store für weitere unterstützte Surface- und Windows-Geräte angeboten werden.
Microsoft verbindet damit drei typische Surface-Eigenschaften: Touchscreen, Stift und lokale KI-Beschleunigung.
Der Surface Slim Pen bleibt allerdings separat erhältlich. Auch die Tastatur gehört nicht automatisch zum Tablet.
Das ist für die Preisbetrachtung wichtig: Der Einstiegspreis von 1.149,99 Dollar beschreibt zunächst das Gerät selbst und nicht zwingend ein vollständiges Laptop-Set mit Tastatur und Stift.
500 Nits, neue Farbe und optionales 5G
Microsoft ändert neben dem Prozessor mehrere Details des 12-Zoll-Modells.
Der PixelSense-Touchscreen soll nun 500 Nits erreichen und damit 25 Prozent heller sein. Zusätzlich kommt Schwarz als weitere Gehäusefarbe hinzu. Das Grundkonzept mit kompaktem 12-Zoll-Format, Kickstand und magnetischer Stiftablage bleibt erhalten.
Für Geschäftskunden ist zudem eine optionale 5G-Version angekündigt.
Microsoft nennt diese Konfiguration ausdrücklich als Erweiterung für mobile Teams, die unterwegs nicht ausschließlich von WLAN oder Smartphone-Hotspots abhängig sein sollen.
Auf Plattformebene unterstützt Snapdragon X2 Plus außerdem Wi-Fi 7 sowie 5G-Funktionen. Ob und welche Mobilfunkhardware tatsächlich verbaut ist, hängt jedoch von der jeweiligen Surface-Konfiguration ab.

Was der Snapdragon X2 Plus nicht automatisch löst
Die neue Plattform verbessert mehrere technische Schwachstellen, beseitigt aber nicht jede Einschränkung von Windows on ARM.
Drei Bereiche müssen weiterhin getrennt betrachtet werden.
Erstens: App-Kompatibilität
Native ARM64-Versionen bleiben die beste Lösung. Emulierte x86- und x64-Programme können gut funktionieren, besitzen aber zusätzliche Übersetzungsschichten.
Vor dem Kauf sollten Nutzer deshalb geschäftskritische Spezialsoftware, VPN-Clients, ältere Druckertreiber, Audio-Plug-ins und branchenspezifische Anwendungen konkret prüfen.
Zweitens: Spiele
Mehr als 60 Prozent zusätzliche GPU-Leistung kann einen erheblichen Unterschied machen. Sie behebt aber keine inkompatiblen Anti-Cheat-Systeme oder fehlenden ARM-Komponenten.
Qualcomm investiert inzwischen deutlich stärker in Grafiktreiber und Spielekompatibilität, doch ein Snapdragon-PC bleibt nicht automatisch ein vollständiger Ersatz für einen x86-Gaming-Laptop mit dedizierter GPU.
Drittens: KI-Funktionen
80 TOPS bedeuten nicht, dass jede Windows-Anwendung plötzlich lokal mit künstlicher Intelligenz arbeitet.
Softwareentwickler müssen CPU, GPU oder NPU gezielt ansprechen. Zusätzlich können einzelne Copilot- oder Microsoft-365-Funktionen weiterhin Cloud-Verbindungen, Abonnements oder Nutzungskontingente benötigen.
Microsoft beschreibt die Strategie ausdrücklich als Kombination aus lokaler und cloudbasierter Verarbeitung. Unterstützte Funktionen können je nach Aufgabe auf dem Gerät, in der Cloud oder auf beiden Ebenen laufen.
Diese Entwicklung war bereits vor dem aktuellen Surface-Start erkennbar. Welche technischen Bausteine Qualcomm rund um Oryon, Adreno und Hexagon zuletzt in den Mittelpunkt gerückt hat, zeigt auch der Hintergrund zum Snapdragon Summit 2026 und den vorab bestätigten Qualcomm-Architekturänderungen.
Was Käufer vor dem Wechsel auf das neue Surface Pro 12 prüfen sollten
Der Snapdragon X2 Plus macht die zweite Generation technisch deutlich interessanter als einen reinen Modelljahreswechsel.
Trotzdem sollte die Kaufentscheidung nicht allein anhand der Prozentangaben von Microsoft fallen.
Vor allem diese Punkte sind praktisch relevant:
- Welche RAM- und SSD-Konfiguration wird im eigenen Markt angeboten?
- Ist die benötigte Windows-Software nativ für ARM64 verfügbar?
- Funktionieren Spezialtreiber und Unternehmenssoftware?
- Wird eine Tastatur benötigt und was kostet sie zusätzlich?
- Ist Surface Slim Pen Teil des geplanten Einsatzes?
- Wird optionales 5G benötigt?
- Welche Anschlüsse braucht der Arbeitsplatz?
- Reicht die integrierte Adreno-Grafik für den persönlichen Workflow?
- Nutzen die eigenen Programme tatsächlich die NPU?
- Wie groß ist der Preisunterschied zum ersten Surface Pro 12?
Wer bereits ein Surface Pro 12 der ersten Generation besitzt, bekommt beim Wechsel vor allem mehr Grafik- und KI-Leistung. Bei gewöhnlichem Web-Browsing, Office und Videowiedergabe dürfte der Unterschied kleiner wirken als bei lokalen AI-Workloads oder GPU-beschleunigten Anwendungen.
Wer dagegen erstmals einen ARM-PC kauft, sollte weniger auf die reine TOPS-Zahl und stärker auf die Softwarekompatibilität achten.
Snapdragon X2 Plus zeigt, wohin Windows on ARM inzwischen geht
Der neue Surface-Pro-Chip verdeutlicht eine Verschiebung innerhalb des Windows-PC-Marktes. Qualcomm versucht nicht mehr nur, ARM-Geräte über Laufzeit und Mobilität zu verkaufen.
Snapdragon X2 Plus kombiniert eine schnellere Oryon-CPU, eine deutlich stärkere NPU, höhere Speicherbandbreite und eine aufgewertete Adreno-GPU. Microsoft nutzt diese Plattform in einem weiterhin lüfterlosen 12-Zoll-Gerät und nennt gleichzeitig bessere Akkueffizienz.
Qualcomm erweitert parallel das gesamte PC-Ökosystem. Snapdragon-X2-Systeme werden inzwischen von mehreren Herstellern eingesetzt, während Windows, Grafiktreiber und Entwicklungswerkzeuge stärker auf ARM64 vorbereitet werden.
„The agentic AI PC is here.“
— Qualcomm über die Ausrichtung der Snapdragon-X2-PC-Plattform auf lokale und agentische KI.
Damit wird Windows on ARM technisch weniger von der Frage bestimmt, ob ARM einen klassischen Windows-PC überhaupt ersetzen kann. Relevanter wird, bei welchen Anwendungen Unterschiede zur x86-Plattform noch bestehen und welche Workloads von der zusätzlichen lokalen KI- und Effizienzreserve profitieren.
Für das Surface Pro 12 ist Snapdragon X2 Plus deshalb mehr als ein neuer Name im Datenblatt. CPU, GPU und NPU werden gleichzeitig aufgerüstet, während Microsoft Gewicht und lüfterloses Konzept beibehält.
Ob die angekündigten Leistungsgewinne im Alltag vollständig erreicht werden, müssen unabhängige Tests der Seriengeräte nach dem Verkaufsstart am 13. Oktober zeigen.
Fragen und Antworten zum Surface Pro 12 mit Snapdragon X2 Plus
Wann erscheint das neue Surface Pro 12 mit Snapdragon X2 Plus?
Microsoft nennt den 13. Oktober 2026 als Verkaufsstart in ausgewählten Märkten. Vorgestellt wurde das Modell am 23. September beim Snapdragon Summit.
Wie viel schneller ist das neue Surface Pro 12?
Microsoft nennt bis zu 17 Prozent mehr Leistung in Office-Workloads, mehr als 60 Prozent höhere Grafikleistung und bis zu 95 Prozent schnellere lokale KI-Inferenz. Die Werte stammen aus internen Benchmarktests und können je nach Anwendung abweichen.
Wie schnell ist die NPU des Snapdragon X2 Plus?
Qualcomm spezifiziert die Hexagon-NPU mit 80 TOPS. Beim Snapdragon X Plus der vorherigen Generation waren es 45 TOPS.
Ist Snapdragon X2 Plus ein ARM-Prozessor?
Ja. Die Plattform verwendet eine 64-Bit-ARM-Architektur mit Qualcomms eigener Oryon-CPU. Windows 11 läuft auf diesen Geräten als ARM64-System.
Laufen normale Windows-Programme auf dem neuen Surface Pro 12?
Native ARM64-Anwendungen laufen direkt. Viele x86- und x64-Programme können über Windows-Emulation ausgeführt werden. Bei Spezialtreibern, Anti-Cheat-Systemen, älteren Plug-ins oder tief integrierter Unternehmenssoftware sollte die Kompatibilität vor dem Kauf geprüft werden.
Was kostet das neue Surface Pro 12?
Microsoft nennt für die USA einen Einstiegspreis von 1.149,99 Dollar. Preise und Konfigurationen können je nach Land abweichen. Tastatur und Surface Slim Pen werden separat angeboten.
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