Microsoft hat in Paint für Windows 11 eine Sicherheitslücke mit der Kennung CVE-2026-83844 geschlossen – nur kommt der Fix offenbar nicht bei allen an. Geschützt ist erst, wer Paint ab Version 11.2609.401.0 installiert hat. Weil Paint nicht über Windows Update, sondern über den Microsoft Store aktualisiert wird, sollten Sie die Versionsnummer jetzt selbst prüfen und das Update notfalls manuell anstoßen.
Was ist über die Paint-Lücke bekannt?
Microsoft führt die Schwachstelle im Security Update Guide als „Windows Paint Remote Code Execution Vulnerability“. Veröffentlicht wurde sie am 13. Oktober 2026, also zum Oktober-Patchday. Technisch handelt es sich um einen Lesezugriff außerhalb des erlaubten Speicherbereichs (CWE-125). Ein Angreifer könnte laut Microsoft ein präpariertes Datenpaket über das Netzwerk schicken und so Code auf dem Rechner ausführen – ohne Anmeldung und ohne dass Sie etwas anklicken.
Das klingt dramatischer, als es im Alltag vermutlich ist. Microsoft bewertet die Lücke mit CVSS 8,1, stuft sie aber nur als „Important“ und nicht als kritisch ein. Der Angriff gilt als komplex und setzt laut Hersteller tiefes Wissen über das Zielsystem voraus. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war die Lücke weder öffentlich bekannt noch wurde sie ausgenutzt; Microsoft schätzt einen Missbrauch als „weniger wahrscheinlich“ ein.
| Eckdaten | Wert laut Microsoft |
|---|---|
| Kennung | CVE-2026-83844 |
| Betroffen | Microsoft Paint (Store-App) |
| Art | Remotecodeausführung |
| Schweregrad | Important, CVSS 8,1 |
| Behoben ab | Paint 11.2609.401.0 |
| Aktive Angriffe | bei Veröffentlichung keine bekannt |
Warum das Update bei vielen nicht ankommt
Der Haken liegt in der Verteilung. Paint ist unter Windows 11 eine Store-App. Das Oktober-Update aus Windows Update allein schließt die Lücke deshalb nicht. Mehrere Medien berichten seit gestern, dass der Microsoft Store auf vielen Rechnern trotz aktivierter automatischer App-Updates keine neuere Paint-Version anbietet. Auch Administratoren schildern das Problem in Foren. Ob dahinter ein Verteilungsfehler steckt oder ob Microsoft die Versionsnummer schlicht zu hoch angesetzt hat, ist bislang offen. Eine Stellungnahme von Microsoft dazu gibt es noch nicht.
Für Sie heißt das: Nicht darauf verlassen, dass „automatisch“ schon alles erledigt hat. Ein Blick auf die Versionsnummer dauert keine Minute.
So prüfen Sie Ihre Paint-Version
- Öffnen Sie Paint über das Startmenü.
- Klicken Sie oben rechts auf das Zahnrad-Symbol (Einstellungen).
- Im unteren Bereich der Einstellungen steht die installierte Versionsnummer.
Schneller geht es per PowerShell. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Start, wählen Sie Terminal und geben Sie ein:
Get-AppxPackage -Name Microsoft.Paint | Select-Object Name, Version
Steht dort 11.2609.401.0 oder höher, ist die Lücke laut Microsoft geschlossen. Liegt die Zahl darunter, sollten Sie aktualisieren. Falls Sie unsicher sind, welche Windows-Ausgabe Sie überhaupt nutzen, hilft unsere Anleitung Welche Windows-11-Version habe ich?
Was Sie jetzt tun sollten
- Store-Update anstoßen: Öffnen Sie den Microsoft Store, gehen Sie links unten auf „Downloads“ (in älteren Versionen „Bibliothek“) und klicken Sie auf „Updates abrufen“. Taucht Paint in der Liste auf, installieren Sie das Update.
- Neueste verfügbare Version nehmen: Bietet der Store eine neuere Paint-Version an, die noch unter 11.2609.401.0 liegt, installieren Sie sie trotzdem. Prüfen Sie in ein paar Tagen erneut.
- Paint vorübergehend entfernen: Wer das Programm selten nutzt, kann es per Rechtsklick auf Paint im Startmenü und „Deinstallieren“ entfernen. Später lässt es sich kostenlos aus dem Store neu installieren – dann direkt in der aktuellen Fassung.
- Windows selbst aktuell halten: Das Oktober- und das kommende November-Update gehören trotzdem drauf. Sie schließen andere Lücken, die mit Paint nichts zu tun haben.
Ob der Store-Abruf bei Ihnen sofort klappt, lässt sich nicht garantieren. Gerade bei verwalteten Firmenrechnern steuert oft die IT-Abteilung, welche Store-Apps aktualisiert werden. Dort lohnt eine kurze Nachfrage. Und wer ohnehin gerade seine Updates durchgeht: Auch Chrome hat diese Woche eine große Sicherheitsrunde bekommen, Details in unserem Beitrag zu Chrome 157.
Häufige Fragen
Bin ich mit Windows 10 betroffen?
Microsoft nennt im Security Update Guide nur „Microsoft Paint“ als Store-App ohne einzelne Windows-Versionen. Die aktuelle Berichterstattung bezieht sich auf Windows 11. Prüfen Sie im Zweifel die Paint-Version wie oben beschrieben.
Reicht es, Paint einfach nicht zu öffnen?
Darauf sollten Sie sich nicht verlassen. Microsoft beschreibt einen Angriff über das Netzwerk ohne Zutun des Nutzers. Die sichere Variante ist das Update oder das Deinstallieren der App.
Wird die Lücke schon ausgenutzt?
Bei der Veröffentlichung waren laut Microsoft keine Angriffe bekannt. Das kann sich ändern, sobald technische Details kursieren.
