WhatsApp markiert in Chats jetzt Telefonnummern, Termine, Adressen und E-Mail-Adressen mit einer gepunkteten Linie. Ein Tipp darauf öffnet ein kleines Menü: Nummer speichern oder anrufen, Termin in den Kalender übernehmen, Adresse in der Karten-App öffnen. Die Funktion kommt schrittweise auf iPhone und Android an. Sie müssen nichts einschalten – nur die App aktuell halten.
Berichtet hat darüber am 2. November 2026 das auf WhatsApp spezialisierte Portal WABetaInfo. Eine offizielle Ankündigung von WhatsApp mit Versionsnummer gibt es bisher nicht. Wer die Linien noch nicht sieht, hat also keinen Fehler auf dem Handy, sondern ist schlicht noch nicht an der Reihe.
Was die gepunktete Linie unter Nachrichten bedeutet
Die Markierung erscheint in empfangenen und in eigenen Nachrichten. Tippen Sie darauf, zeigt WhatsApp zuerst den erkannten Text an. So sehen Sie sofort, ob etwa eine Bestellnummer fälschlich als Telefonnummer interpretiert wurde. Danach folgen die passenden Aktionen:
| Erkannter Inhalt | Mögliche Aktionen |
|---|---|
| Telefonnummer | Kopieren, zu Kontakten hinzufügen, über den Mobilfunkanbieter anrufen; bei Firmennummern zusätzlich Unternehmensinfos |
| Datum und Uhrzeit | In den Kalender übernehmen, kopieren oder direkt ein WhatsApp-Event anlegen |
| Adresse | Kopieren oder in der Karten-App öffnen |
| E-Mail-Adresse | Im Mail-Programm öffnen oder kopieren |
Ganz neu sind manche dieser Möglichkeiten nicht. Ein langer Druck auf eine Nummer funktionierte schon vorher. Neu ist, dass WhatsApp die Inhalte sichtbar hervorhebt und alle Aktionen gebündelt anbietet. Besonders praktisch ist das in Gruppen: Steht dort „Treffen am Freitag um 19 Uhr“, wird daraus mit zwei Fingertipps ein Event, zu dem die Gruppe eingeladen werden kann. Termine lassen sich übrigens auch vorab einplanen – wie das mit dem Planen von WhatsApp-Nachrichten klappt, haben wir separat beschrieben.
Liest WhatsApp jetzt meine Nachrichten mit?
Das ist die Frage, die viele zuerst stellen. Laut WABetaInfo läuft die Erkennung vollständig auf dem Gerät. Die App vergleicht den Text mit bekannten Mustern – etwa dem typischen Aufbau einer Telefonnummer oder einer Uhrzeit. Nachrichteninhalt und Vorschläge sollen dabei nicht an Server gehen, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt unverändert.
Das Prinzip kennen Sie vermutlich längst: iPhone-Nachrichten, Gmail und viele Android-Tastaturen unterstreichen Nummern und Termine seit Jahren auf dieselbe Weise. Ein kleiner Unterschied bleibt: Nach einer Aktion fragt WhatsApp optional, ob der Vorschlag hilfreich war. Tippen Sie auf „Nicht hilfreich“, können Sie angeben, ob der Text falsch erkannt wurde oder die Aktion überflüssig war. Übermittelt wird dabei nach Angaben von WABetaInfo nur diese Bewertung, nicht der Chat.
Kann man die Funktion abschalten?
Ein eigener Schalter in den Einstellungen ist bislang nicht bekannt. Wer die Linien nicht nutzen möchte, ignoriert sie einfach – sie ändern weder den Text noch die Darstellung beim Empfänger. Ob WhatsApp später eine Option nachreicht, ist offen.
Was Sie jetzt tun sollten
- App aktualisieren: Öffnen Sie den App Store bzw. Google Play Store, suchen Sie nach WhatsApp und tippen Sie auf „Aktualisieren“, falls angeboten.
- Geduld haben: Die Freischaltung erfolgt serverseitig und in Wellen. Ein Neuinstallieren der App beschleunigt nichts und kann bei fehlendem Backup Chats kosten.
- Vor dem Speichern kurz prüfen: Kontrollieren Sie im Popup, ob die Nummer oder das Datum korrekt erkannt wurde, bevor Sie es in Kontakte oder Kalender übernehmen.
- Bei unbekannten Absendern vorsichtig bleiben: Eine hervorgehobene Nummer ist keine Echtheitsprüfung. Rufen Sie Nummern aus verdächtigen Nachrichten nicht einfach per Tipp zurück.
Gerade der letzte Punkt ist kein Detail. Betrüger setzen bei WhatsApp gern auf Rückrufnummern und gefälschte Termine – die neue Abkürzung macht das Anrufen bequemer, aber nicht sicherer.
