Startseite AndroidSMS des Todes: Unsichtbare SMS legt Android-Handys lahm – welcher Sicherheitspatch Sie jetzt schützt

SMS des Todes: Unsichtbare SMS legt Android-Handys lahm – welcher Sicherheitspatch Sie jetzt schützt

von Adham Gurtel

Eine einzige, speziell präparierte SMS kann auf Android-Smartphones den Telefoniedienst abstürzen lassen – ohne dass Sie etwas antippen und ohne dass die Nachricht in der Nachrichten-App auftaucht. Der Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk hat die Lücke am 29. Oktober 2026 unter dem Namen „SMS of Death“ veröffentlicht. Betroffen sind laut seinem Bericht Android 12 bis 17. Geschützt ist, wer mindestens den Sicherheitspatch vom Oktober 2026 installiert hat; für Android 12 und 13 gibt es nach seinen Angaben keine Korrektur.

Was die SMS auf dem Handy auslöst

Die Schwachstelle steckt in der Verarbeitung sogenannter WAP-Push-Nachrichten, einer alten SMS-Variante, mit der Netzbetreiber früher etwa Konfigurationsdaten verschickt haben. Ein manipuliertes Längenfeld im Kopf der Nachricht führt zu einem Fehler, den der Telefonieprozess nicht abfängt. Die Folge laut dem Bericht des Entdeckers:

  • Der Mobilfunkdienst fällt pro Nachricht für etwa ein bis zwei Sekunden aus, laufende Gespräche brechen ab – auch Notrufe.
  • Die SMS ist unsichtbar: Sie erscheint nicht im Posteingang, eine Absendernummer sehen Sie nicht.
  • Weil der Netzbetreiber nicht bestätigte Nachrichten erneut zustellt, kann sich der Ausfall wiederholen.
  • Mehrere solcher Nachrichten können das Gerät nach Angaben des Forschers in eine Neustart-Schleife bringen, bis Android den Wiederherstellungsmodus anbietet.

Angriffe in freier Wildbahn sind bisher nicht bekannt. Allerdings liegt ein Proof of Concept öffentlich auf GitHub, die Hürde für Nachahmer ist damit gesunken.

Welche Android-Versionen betroffen sind

Der Fix stammt von Google selbst: Der Forscher meldete den Fehler im Mai, im Juni entstand die Korrektur im Android-Quellcode. Sie fängt den Fehler ab und löscht die schädliche Nachricht, damit sie nach einem Neustart nicht erneut zuschlägt.

Android-Version Status laut Entdecker
Android 14, 15, 16, 17 mit Patch ab Oktober 2026 geschützt
Android 14 bis 17 mit älterem Patchstand angreifbar, Update nötig
Android 12 und 13 angreifbar, kein offizieller Patch vorgesehen

Eine eigene CVE-Nummer hat Google für den Fehler nicht öffentlich zugeordnet. Das Android-Sicherheitsbulletin vom Oktober 2026 führt im Bereich Framework zwar eine kritische Lücke, die einen Denial of Service aus der Ferne ohne Nutzerinteraktion erlaubt. Ob es sich um denselben Fehler handelt, hat Google aber nicht bestätigt. Für Sie als Nutzer zählt am Ende nur der Patchstand.

Warum Samsung, Xiaomi & Co. das Problem verlängern

Pixel-Geräte erhalten die monatlichen Patches in der Regel direkt. Bei anderen Herstellern landet ein Bulletin oft erst Wochen später auf dem Gerät, bei günstigen Modellen manchmal gar nicht. Wer ein Handy hat, das nur noch vierteljährlich Updates bekommt, sollte genau hinschauen. Samsung verteilt derzeit parallel One UI 9, etwa für das Galaxy A55 und A35 – welchen Sicherheitspatch das jeweilige Paket mitbringt, zeigt erst der Blick in die Softwareinformationen.

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Patchstand prüfen: Öffnen Sie Einstellungen → Über das Telefon → Android-Version. Dort steht unter „Android-Sicherheitsupdate“ das Datum. Bei Samsung finden Sie es unter Einstellungen → Telefoninfo → Softwareinformationen.
  2. Update installieren: Steht dort ein Datum vor dem 1. Oktober 2026, suchen Sie manuell nach Updates (Einstellungen → System → Softwareupdates bzw. bei Samsung Einstellungen → Software-Update → Herunterladen und installieren).
  3. Bei Neustart-Schleife nicht vorschnell zurücksetzen: Der Forscher rät ausdrücklich davon ab, im Wiederherstellungsmodus „Daten löschen“ zu wählen – der Netzbetreiber kann die schädliche SMS danach erneut zustellen. Er beschreibt eine Bereinigung per ADB am Computer; ohne Erfahrung damit hilft eher der Hersteller-Support oder ein Fachhändler.
  4. Android 12 oder 13: Hier bleibt nur, ein Gerät mit aktuellem Patchstand einzuplanen, vor allem wenn Sie auf zuverlässige Notrufe angewiesen sind.

Ob Ihr Handy wirklich angegriffen wurde, lässt sich ohne Werkzeuge kaum feststellen. Allgemeine Warnzeichen für Manipulationen haben wir in unserem Ratgeber Wie erkenne ich, ob mein Handy gehackt wurde? zusammengestellt.

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