Google hat seine Datenschutzerklärung zum 16. Oktober 2026 angepasst: Inhalte aus Gmail, Google Drive und Google Fotos dürfen jetzt in die Personalisierung von Werbung einfließen – aber nur, wenn Sie diese Daten selbst für KI-Funktionen wie „Personal Intelligence“ in der Google Suche oder in Gemini freigeben. Nutzer in Deutschland betrifft das vorerst kaum, weil die Funktion im Europäischen Wirtschaftsraum nicht angeboten wird. Ein kurzer Blick in die Werbe-Einstellungen schadet trotzdem nicht.
Was in der neuen Datenschutzerklärung steht
Seit 2017 wertet Google nach eigener Aussage keine Gmail-Inhalte mehr für Anzeigen aus. Dieser Grundsatz steht auch in der neuen Fassung – allerdings jetzt mit einem Nachsatz. Personalisierte Werbung auf Basis von Drive, Gmail oder Google Fotos gibt es demnach nicht, „es sei denn, Sie stellen Daten aus diesen Diensten für andere Google-Dienste zur Verfügung“ (Google-Datenschutzerklärung).
Als Beispiel nennt Google die Suche: Sie kann Daten verarbeiten, auf die Sie ihr Zugriff gewähren, und damit Inhalte personalisieren – ausdrücklich auch Anzeigen. Aufgefallen war die Änderung zuerst dem US-Portal Android Authority; seit dem Wochenende berichten auch deutsche Medien darüber.
Was ist Personal Intelligence?
Hinter der Änderung steckt eine Funktion, die Google im Januar 2026 in Gemini eingeführt hat. Mit Personal Intelligence verbinden Sie Dienste wie Gmail, Google Fotos oder YouTube mit dem KI-Assistenten, damit dieser Fragen mit Ihren eigenen Daten beantwortet – etwa „Wann landet mein Flug?“ anhand einer Buchungsmail. Auch der KI-Modus der Google Suche kann auf solche Verknüpfungen zugreifen.
Laut Gemini-Hilfe gelten dafür klare Grenzen:
| Situation | Können Gmail-/Fotos-Inhalte Werbung beeinflussen? |
|---|---|
| Keine App mit der KI verbunden (Standard) | Nein |
| Apps über Personal Intelligence verbunden (außerhalb der EU) | Ja, möglich |
| Konto in Deutschland, EU, Schweiz oder Großbritannien | Funktion derzeit nicht verfügbar |
| Arbeits-, Schul- oder betreutes Konto | Funktion nicht unterstützt |
| Personalisierte Werbung im Anzeigen-Center ausgeschaltet | Keine personalisierten Anzeigen |
Zusätzlich verlangt Google ein Mindestalter von 18 Jahren und ein privates Google-Konto.
Was bedeutet das für Nutzer in Deutschland?
Kurzfristig: wenig. Wer ein Google-Konto in Deutschland nutzt, kann Personal Intelligence aktuell gar nicht aktivieren – also können auch keine Mail- oder Fotoinhalte auf diesem Weg in die Werbung gelangen. Die Datenschutzerklärung selbst gilt allerdings weltweit, die Regel steht also schon drin. Ob und wann Google die Funktion in der EU startet, hat das Unternehmen nicht gesagt.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Verbinden und Trennen: Wer eine App später wieder von Gemini löst, entfernt damit laut Google nicht automatisch alles, was die KI bereits verwendet hat. Dafür müssen zusätzlich die betreffenden Chats gelöscht werden. Wie Gemini mit Ihren Inhalten umgeht, haben wir auch beim Thema Gemini Skills statt Gems beschrieben.
Was Sie jetzt tun sollten
- Anzeigen-Center prüfen: Öffnen Sie Mein Anzeigen-Center und schauen Sie, ob „Personalisierte Werbung“ aktiviert ist. Ausgeschaltet sehen Sie weiterhin Werbung, aber keine auf Ihr Profil zugeschnittene.
- Datenschutzcheck im Google-Konto: Unter myaccount.google.com → „Daten und Datenschutz“ sehen Sie, welche Aktivitäten Google speichert und welche Dienste miteinander verknüpft sind.
- Einrichtungsdialoge genau lesen: Fragt Gemini oder die Google Suche künftig nach Zugriff auf Gmail oder Fotos, lohnt sich ein Blick darauf, welche Dienste verbunden werden.
- Verbindungen bei Bedarf trennen: In der Gemini-App lassen sich verbundene Apps unter Ihrem Profil einzeln ausschalten; bereits geführte Chats löschen Sie in den Gemini-Apps-Aktivitäten.
Für den Alltag in Gmail ändert sich nichts. Hängen dort gerade Nachrichten fest, hilft unser Ratgeber Warum steht Gmail in der Warteschlange?
