Startseite Gmail & GoogleGemini Skills statt Gems: Was mit bestehenden Gems passiert und was Nutzer umstellen müssen

Gemini Skills statt Gems: Was mit bestehenden Gems passiert und was Nutzer umstellen müssen

Google ersetzt Gemini Gems durch Skills. Erfahren Sie, wann Gems verschwinden, was automatisch migriert wird und welche Einstellungen Nutzer prüfen müssen.

von Adham Gurtel

Google ersetzt die bisherigen Gemini Gems durch Skills. Bestehende selbst erstellte Gems sollen dabei nicht einfach verschwinden: Google kündigt an, sie beim Ende der Gem-Unterstützung automatisch in Skills zu überführen. Für private Google-Konten beginnt die Ablösung im November 2026, für Workspace-Konten gelten längere Übergangsfristen. Wer seine Gems nur in der Gemini-App verwendet, muss deshalb nicht sofort jeden Assistenten manuell neu bauen, wie die Redaktion von Techify.de.

Trotzdem lohnt sich eine Prüfung vor der Umstellung. Skills funktionieren anders als Gems: Sie lassen sich direkt in normalen Gemini-Chats aufrufen, teilweise automatisch anwenden und miteinander kombinieren. Gleichzeitig stehen zum Start noch nicht alle Funktionen der Gems zur Verfügung. Besonders Nutzer mit eigenen Wissensdateien, Workspace-Studio-Flows oder aufwendig eingerichteten Arbeitsabläufen sollten deshalb wissen, was Google automatisch übernimmt und was sie selbst anpassen müssen.

Wann verschwinden Gemini Gems?

Google staffelt die Umstellung nach Kontotyp. Laut der aktuellen Gemini-Hilfe zur Migration von Gems auf Skills beginnt das Ende der Gems bei privaten Google-Konten im November 2026. Unternehmen, Bildungseinrichtungen und andere Workspace-Kunden bekommen mehr Zeit.

KontotypGeplantes Ende der GemsWas passiert?
Privates Google-KontoNovember 2026Bestehende Gems werden automatisch in Skills überführt.
Workspace Business, Enterprise und Nonprofitfrühestens März 2027Verbleibende Gems werden laut Google zu Entwürfen für Skills migriert.
Workspace Educationfrühestens Juni 2027Auch hier erfolgt die Abschaltung später.

Für Workspace hat Google zudem konkrete Zwischenschritte genannt. Nach dem Workspace-Update vom 30. September 2026 soll der breitere Skills-Rollout in Workspace ab dem 5. Oktober beginnen und bis Mitte November abgeschlossen sein. In der Gemini-App nennt Google den 13. Oktober als Startpunkt des schrittweisen Rollouts. Am 17. November sollen Gems dort in den Einstellungsbereich verschoben werden.

Das bedeutet auch: Wer Anfang Oktober 2026 noch keinen Menüpunkt für Skills sieht, muss nicht von einem Fehler ausgehen. Die Funktion wird schrittweise bereitgestellt.

Gemini Skills statt Gems: Was mit bestehenden Gems passiert und was Nutzer umstellen müssen

Was passiert mit bestehenden Gems?

Die wichtigste Nachricht für Nutzer lautet: Bestehende Gems werden automatisch migriert. Google erklärt ausdrücklich, dass eigene Gems beim endgültigen Wegfall der Funktion als Skills neu erstellt werden sollen. Unterstützte Dateien, die einem Gem als Wissensbasis hinzugefügt wurden, sollen ebenfalls übernommen werden.

Eine manuelle Migration ist daher für die meisten privaten Nutzer nicht zwingend notwendig. Sie kann aber sinnvoll sein, wenn ein wichtiger Gem schon vor dem automatischen Wechsel als Skill eingesetzt und getestet werden soll.

Wer manuell umzieht, kopiert Name, Beschreibung und Anweisungen des Gems in einen neuen Skill. Bei einem Gem mit eigenen Wissensdateien ist der Vorgang aufwendiger: Die Dateien müssen zunächst heruntergeladen und anschließend gemeinsam mit der vom Skill erzeugten Datei SKILL.md wieder hochgeladen werden. GitHub-Dateien unterstützt diese manuelle Übertragung nach aktuellem Stand nicht.

Google verwendet für Skills bewusst ein offenes, Markdown-basiertes Format. Dadurch können entsprechende Skill-Dateien grundsätzlich auch zwischen unterstützten Plattformen übertragen werden. Das macht die neue Funktion stärker zu einem wiederverwendbaren Baustein als zu einem einzelnen separaten KI-Chat.

Was Skills anders machen als Gems

Bei Gems öffnete der Nutzer im Wesentlichen einen speziell konfigurierten Gemini-Assistenten und führte die Unterhaltung innerhalb dieses Gems. Gemini Skills funktionieren dagegen direkt im normalen Chat.

Google nennt drei zentrale Unterschiede:

  • Ein Skill kann direkt aus einem laufenden Gemini-Chat aufgerufen werden, ohne einen separaten Gem-Chat zu öffnen.
  • Gemini kann erkennen, dass ein vorhandener Skill zu einer Aufgabe passt, und ihn automatisch berücksichtigen.
  • Mehrere Skills lassen sich für dieselbe Aufgabe miteinander kombinieren.

Damit lassen sich Anweisungen stärker trennen. Ein Nutzer könnte beispielsweise einen Skill für den Schreibstil, einen zweiten mit Unternehmensrichtlinien und einen dritten für ein bestimmtes Ausgabeformat verwenden. Statt einen sehr umfangreichen Gem für jeden Sonderfall anzulegen, können mehrere kleinere Regeln kombiniert werden.

Google plant außerdem einen direkten Aufruf über einen Namen im Chat. Aktuell beschreibt die Hilfe dafür einen Schrägstrich, also beispielsweise /skill-name; später soll der Aufruf auf das @-Zeichen umgestellt werden.

Die Entwicklung passt zu Googles genereller Strategie, Gemini enger in bestehende Anwendungen einzubauen. Bereits bei Gemini in Gmail für Docs, Sheets und Slides werden KI-Funktionen zunehmend direkt dort verfügbar, wo Nutzer bereits arbeiten, anstatt einen separaten KI-Chat vorauszusetzen.

Welche Funktionen beim Wechsel noch fehlen können

Die automatische Migration bedeutet nicht, dass ein neuer Skill sofort exakt dasselbe kann wie der bisherige Gem. Google weist in seiner Hilfe darauf hin, dass Skills derzeit noch nicht mit allen Gemini-Funktionen zusammenarbeiten.

Zu den momentan genannten Einschränkungen gehören unter anderem:

  • Canvas,
  • Deep Research,
  • Guided Learning,
  • Videoerstellung,
  • Musikerstellung.

Google kündigt an, weitere Gem-Funktionen in den kommenden Wochen nachzureichen. Dazu gehören das Teilen von Skills sowie die Einbindung von Dateien aus Google Drive und Notebooks aus Gemini Notebook.

Wer einen Gem hauptsächlich für einfache Textanweisungen verwendet, dürfte von diesen Einschränkungen wenig bemerken. Bei komplexeren Gems mit Tools, Referenzdateien oder speziellen Gemini-Funktionen sollte der migrierte Skill dagegen getestet werden, bevor ein bestehender Arbeitsablauf vollständig darauf umgestellt wird.

Gemini Skills statt Gems: Was mit bestehenden Gems passiert und was Nutzer umstellen müssen

Auch die Anzahl aktiver Skills ist begrenzt. Google nennt derzeit maximal 100 gleichzeitig aktive Skills. Insgesamt können Nutzer mehr Skills anlegen, müssen oberhalb dieser Grenze aber vorhandene Skills deaktivieren, bevor weitere aktiviert werden.

Was Nutzer und Unternehmen jetzt konkret umstellen sollten

Für private Nutzer ohne komplexe Automatisierungen genügt es zunächst, wichtige Gems zu kontrollieren. Wer dort eigene Dateien gespeichert hat, sollte besonders relevante Originaldateien zusätzlich außerhalb von Gemini aufbewahren. Zwar verspricht Google die automatische Übernahme unterstützter Dateien, eine lokale Kopie verhindert aber, dass die eigene Wissensbasis ausschließlich vom Migrationsprozess abhängt.

Bei geschäftlichen Konten ist die Situation anders. Skills, die in der Gemini-App angelegt wurden, erscheinen laut Google nicht automatisch als Workspace-Skills. Unternehmen müssen deshalb prüfen, in welchem Produkt ihre bisherigen Gems tatsächlich eingesetzt werden.

Besonders wichtig ist Workspace Studio mit „Ask a Gem“. Neue Schritte dieser Art können bereits nicht mehr zu Flows hinzugefügt werden. Bestehende Flows funktionieren zunächst weiter. Mit der endgültigen Einstellung müssen sie jedoch angepasst werden. Google empfiehlt je nach Arbeitsablauf einen neuen Workspace-Skill oder einen normalen „Ask Gemini“-Schritt.

Für Business-, Enterprise- und Nonprofit-Konten soll dieser Wechsel spätestens vor März 2027 vorbereitet werden. Eine detaillierte Anleitung stellt Google in der Workspace-Studio-Hilfe zur Gem-Umstellung bereit.

Wer Gemini ohnehin intensiv für Google-Dienste verwendet, sollte dabei auch bestehende Berechtigungen und Datenquellen prüfen. Welche Rolle Gemini bereits in anderen Bereichen übernimmt, zeigt etwa der Techify-Beitrag zu Gemini und Cybersecurity. Für Nutzer mit privatem Konto können außerdem die verfügbaren Tarife relevant sein; Techify hat die aktuellen Bedingungen beispielsweise beim Google-AI-Plus-Angebot für Studierende und Auszubildende zusammengefasst.

FAQ zu Gemini Skills und dem Ende der Gems

Muss ich meine bestehenden Gemini Gems jetzt selbst in Skills umwandeln?

Nein. Google will bestehende Gems beim Ende der Gem-Unterstützung automatisch in Skills überführen. Eine manuelle Migration ist vor allem sinnvoll, wenn Sie einen wichtigen Gem früher als Skill verwenden oder den neuen Aufbau bereits testen möchten.

Werden hochgeladene Dateien eines Gems gelöscht?

Unterstützte Wissensdateien sollen bei der automatischen Migration gemeinsam mit dem Gem übernommen werden. Wer die Umstellung manuell durchführt, muss die Dateien dagegen zunächst aus dem Gem herunterladen und anschließend dem neuen Skill hinzufügen.

Kann ich Gems im Oktober 2026 noch weiterverwenden?

Ja. Google stellt die Funktion nicht sofort für alle Konten ab. Bei privaten Konten beginnt die Ablösung im November 2026, während Workspace-Kunden je nach Kontotyp bis 2027 Zeit erhalten.

Warum ersetzt Google Gems durch Skills?

Skills sind flexibler in normale Gemini-Unterhaltungen eingebunden. Sie können automatisch passend zu einer Aufgabe verwendet und mit anderen Skills kombiniert werden, während Gems stärker als separate, vorkonfigurierte Assistenten funktionieren.

Kann ein Skill Deep Research oder Canvas verwenden?

Nach dem aktuellen Stand noch nicht. Google nennt Canvas und Deep Research ausdrücklich unter den Funktionen, die derzeit nicht mit Skills zusammenspielen. Die Unterstützung soll jedoch weiter ausgebaut werden.

Müssen Unternehmen ihre Workspace-Studio-Flows ändern?

Flows mit einem bestehenden „Ask a Gem“-Schritt können vorerst weiterlaufen. Vor der endgültigen Abschaltung der Gems müssen Unternehmen diese Schritte jedoch durch einen geeigneten Skill oder „Ask Gemini“ ersetzen, damit die Automatisierung danach weiter funktioniert.

Sie können dies und weitere nützliche Informationen auf unserer Website nachlesen. Wir empfehlen Ihnen außerdem die Lektüre folgender Artikel: Google Drive: strengere Regeln für Dateifreigaben – sensible Dokumente automatisch blockieren

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