Startseite Datenschutz & SicherheitChrome 156 schließt 353 Sicherheitslücken: Update für Windows, Mac, Android und iPhone jetzt installieren

Chrome 156 schließt 353 Sicherheitslücken: Update für Windows, Mac, Android und iPhone jetzt installieren

von Adham Gurtel

Google hat Chrome 156 für den Desktop freigegeben und dabei 353 Sicherheitskorrekturen eingespielt. Betroffen sind Windows, macOS und Linux; auch die Apps für Android und iPhone sind auf Version 156 gesprungen. Wer Chrome nutzt, sollte das Update jetzt manuell anstoßen, statt auf die automatische Verteilung zu warten, die sich laut Google über Tage bis Wochen hinzieht.

Welche Versionen jetzt aktuell sind

Laut dem offiziellen Chrome-Releases-Blog erschien das Update am 20. Oktober 2026. Die Versionsnummern unterscheiden sich je nach Plattform leicht:

Plattform Aktuelle Version Verteilung
Windows und Mac 156.0.8078.47 / .48 schrittweise über Tage/Wochen
Linux 156.0.8078.47 schrittweise
Android 156.0.8078.47 Google Play, in den nächsten Tagen
iPhone und iPad 156.0.8078.46 App Store, innerhalb weniger Stunden

Für Android und iOS nennt Google in den jeweiligen Release-Notes nur „Stabilitäts- und Leistungsverbesserungen“. Die lange Liste der Sicherheitskorrekturen bezieht sich auf die Desktop-Version.

Was hinter den 353 Korrekturen steckt

Die Zahl ist ungewöhnlich hoch. Zum Vergleich: Chrome 155 brachte vor einer Woche 37 Korrekturen. Google stuft im aktuellen Update sechs Lücken als kritisch ein, 61 als hoch, 197 als mittel und 89 als niedrig.

Die kritischen Fehler betreffen unter anderem Speicherfehler in der Grafikbibliothek Skia, in den Bedienungshilfen (Accessibility), in der CSS-Verarbeitung, im Rendering (Paint) und in WebRTC, also der Technik für Video- und Sprachanrufe im Browser. Solche Speicherfehler lassen sich im schlimmsten Fall ausnutzen, um über eine präparierte Webseite Code auszuführen.

Ein Hinweis auf bereits aktiv ausgenutzte Lücken fehlt in Googles Mitteilung. Das ist eine gute Nachricht, aber kein Grund zum Abwarten: Sobald Details zu den Fehlern öffentlich werden, steigt erfahrungsgemäß das Risiko für nicht aktualisierte Browser. Google hält die Fehlerberichte deshalb zurück, bis die Mehrheit der Nutzer das Update installiert hat.

Warum gleich so viele? Ein großer Teil der Fehler wird nicht von außen gemeldet, sondern von Google selbst gefunden. Das Chrome-Team verweist in seinen Release-Notes regelmäßig auf automatisierte Prüfwerkzeuge wie AddressSanitizer und libFuzzer, die Code mit Millionen zufälliger Eingaben testen. Viele der als „mittel“ oder „niedrig“ eingestuften Einträge dürften solche internen Funde sein. Für Sie ändert das wenig: Auch weniger schwere Lücken lassen sich mitunter kombinieren, und das Update schließt alle auf einmal.

Betrifft das auch Edge, Brave und Opera?

Viele Browser bauen auf dem Chromium-Kern auf, darunter Microsoft Edge, Brave, Opera und Vivaldi. Ob und wann deren Hersteller die Korrekturen übernehmen, entscheidet jeder Anbieter selbst. Prüfen Sie in den nächsten Tagen auch dort im Menü unter „Hilfe“ bzw. „Über“ die Versionsnummer.

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Am Computer: Chrome öffnen, oben rechts auf das Dreipunkt-Menü klicken, dann Hilfe → Über Google Chrome. Chrome sucht automatisch nach dem Update.
  2. Auf „Neu starten“ klicken. Geöffnete Tabs werden wiederhergestellt, Inkognitofenster allerdings nicht. Taucht die Schaltfläche nicht auf, ist die aktuelle Version bereits installiert.
  3. Auf Android: Im Play Store auf Ihr Profilbild tippen, „Apps und Gerät verwalten“ wählen und Chrome aktualisieren, sobald das Update angezeigt wird.
  4. Auf dem iPhone: Im App Store auf Ihr Profilbild tippen und in der Liste der verfügbaren Updates Chrome aktualisieren.

Eine Anleitung von Google selbst finden Sie auf der Hilfeseite Google Chrome aktualisieren. In Unternehmen verteilen Administratoren das Update oft zentral; dort kann es etwas länger dauern, bis Version 156 auf allen Rechnern ankommt.

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