Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor einer WhatsApp-Masche namens „Ghost Pairing“: Betrüger bringen Nutzer dazu, ein fremdes Gerät mit dem eigenen Konto zu koppeln, lesen danach unbemerkt mit und bitten Kontakte im Namen des Opfers um Geld. Android- und iPhone-Nutzer sind gleichermaßen betroffen. Wer jetzt einmal die Liste der verknüpften Geräte kontrolliert und Unbekanntes abmeldet, schließt die Lücke in unter einer Minute.
Was hinter „Ghost Pairing“ steckt
WhatsApp lässt sich parallel auf mehreren Geräten nutzen: im Browser über WhatsApp Web, am Computer, auf einem Tablet oder einem zweiten Handy. Genau diese bequeme Funktion missbrauchen die Täter. Sie verschicken Nachrichten mit Links, QR-Codes oder angeblichen Bestätigungscodes und lassen das Opfer eine Gerätekopplung bestätigen – oft ohne dass es das merkt.
Das Tückische: Auf dem eigenen Handy läuft WhatsApp ganz normal weiter. Es gibt keinen Rauswurf, keine Fehlermeldung. Das zusätzliche Gerät hängt still im Hintergrund am Konto, wie ein Geist. Daher der Name.
Laut Bericht zur Polizeiwarnung ging der erste dokumentierte Fall in der Oberpfalz am 15. Oktober bei der Polizeiinspektion Neustadt an der Waldnaab ein. Ein 26-Jähriger überwies einen hohen dreistelligen Betrag, nachdem ihn ein vermeintlicher Bekannter per WhatsApp um Hilfe gebeten hatte. Erst bei weiteren Forderungen rief er den Bekannten an. Der wusste von nichts.
So läuft die Masche typischerweise ab
- Sie bekommen eine Nachricht, häufig von einem bekannten Kontakt, dessen Konto bereits übernommen wurde. Darin: ein Link, ein QR-Code oder die Bitte, einen Code weiterzuleiten.
- Über diesen Weg bestätigen Sie die Verknüpfung eines fremden Geräts mit Ihrem Konto.
- Die Täter lesen Chats und Kontaktliste mit und schreiben ab sofort in Ihrem Namen.
- Ihre Kontakte erhalten dringende Geldbitten: angeblicher Notfall, neue Nummer, „kannst du kurz aushelfen?“.
Ganz neu ist das Muster nicht. Das indische IT-Ministerium hatte bereits im Dezember 2025 vor einer Kampagne gleichen Namens gewarnt. Neu ist, dass Fälle jetzt auch bei deutschen Polizeidienststellen landen.
Verknüpfte Geräte prüfen und fremde abmelden
| Schritt | Android | iPhone |
|---|---|---|
| 1 | WhatsApp öffnen, oben rechts auf das Drei-Punkte-Menü tippen | WhatsApp öffnen, auf „Einstellungen“ oder Ihr Profilbild tippen |
| 2 | „Verknüpfte Geräte“ wählen | „Verknüpfte Geräte“ wählen |
| 3 | Unbekanntes Gerät antippen → „Abmelden“ | Unbekanntes Gerät antippen → „Abmelden“ → „Abmelden“ |
Die Schritte entsprechen dem WhatsApp-Hilfebereich. Jeder Eintrag in der Liste zeigt, um welches Gerät oder welchen Browser es sich handelt. Alles, was Sie nicht selbst eingerichtet haben, fliegt raus – auch wenn Sie nur unsicher sind. Ein echtes eigenes Gerät koppeln Sie später in Sekunden neu.
Was Sie jetzt tun sollten
- Codes nie weitergeben. Registrierungscodes per SMS und Kopplungscodes sind ausschließlich für Sie bestimmt, egal wer darum bittet.
- Verifizierung in zwei Schritten einschalten. Sie finden sie in den WhatsApp-Einstellungen im Bereich Konto. Seit WhatsApp die PIN durch ein Passwort ersetzt, sieht die Einrichtung etwas anders aus – mehr dazu in unserem Beitrag WhatsApp ersetzt den Sicherheits-PIN durch ein Passwort. Ein Passkey schützt zusätzlich.
- Geldbitten gegenprüfen. Rufen Sie die Person unter der Nummer an, die Sie schon lange kennen. Eine Sprachnachricht reicht nicht.
- Im Ernstfall schnell handeln. Fremde Geräte abmelden, Kontakte warnen, Anzeige bei der Polizei erstatten und eine Überweisung sofort der Bank melden.
Eine Reihenfolge ist dabei wichtig. WhatsApp weist in seinen Tipps zur Kontosicherheit darauf hin, dass ein neues Passwort niemanden entfernt, der Ihr Konto bereits nutzt. Also zuerst abmelden, dann absichern.
Übrigens setzen Betrüger nicht nur auf Kopplungstricks. Auch gefälschte Apps sind im Umlauf – wie Sie die echte App erkennen, zeigt unser Ratgeber Fake-WhatsApp im Play Store.
