Startseite Datenschutz & SicherheitWhatsApp ersetzt den 6-stelligen Sicherheits-PIN durch ein Passwort: Das sollten Nutzer jetzt ändern

WhatsApp ersetzt den 6-stelligen Sicherheits-PIN durch ein Passwort: Das sollten Nutzer jetzt ändern

WhatsApp ersetzt die 6-stellige PIN der Zwei-Schritt-Verifizierung durch ein Passwort. Was sich ändert und welche Einstellungen Nutzer jetzt prüfen sollten.

von Adham Gurtel

WhatsApp ersetzt die sechsstellige PIN der Verifizierung in zwei Schritten durch ein vollwertiges Passwort. Statt einer reinen Zahlenfolge kann der zusätzliche Kontoschutz künftig aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Wer die neue Option bereits in WhatsApp sieht, sollte seine bisherige PIN auf ein einzigartiges Passwort umstellen, eine aktuelle Wiederherstellungs-E-Mail hinterlegen und prüfen, ob zusätzlich ein Passkey eingerichtet ist, wie die Redaktion von Techify.de.

Wichtig ist die Unterscheidung: Geändert wird nur die PIN der Verifizierung in zwei Schritten. Der sechsstellige Code, den WhatsApp bei einer Registrierung oder erneuten Anmeldung per SMS, Anruf oder unter bestimmten Voraussetzungen per E-Mail sendet, verschwindet nicht. Die Passwortfunktion wird schrittweise verteilt und kann deshalb trotz aktueller App-Version noch nicht bei jedem Konto verfügbar sein.

Was WhatsApp bei der Zwei-Schritt-Verifizierung ändert

Meta hat die Änderung am 25. August 2026 zusammen mit weiteren Sicherheitsfunktionen für WhatsApp angekündigt. Die bisherige Verifizierung in zwei Schritten nutzte einen selbst festgelegten sechsstelligen PIN. Dieser zusätzliche Faktor sollte verhindern, dass ein Angreifer allein mit einem abgefangenen Einmalcode ein Konto übernehmen kann.

Nach Angaben von Meta zu den neuen WhatsApp-Sicherheitsfunktionen wird aus dieser PIN nun ein längeres Passwort, das alphanumerisch sein und auch Sonderzeichen enthalten kann. Damit stehen erheblich mehr mögliche Kombinationen zur Verfügung als bei einer sechsstelligen Zahlenfolge.

Auch das WhatsApp Help Center zum Zurücksetzen des Passworts weist inzwischen ausdrücklich darauf hin, dass WhatsApp die bisherige PIN für die Verifizierung in zwei Schritten durch ein Passwort ersetzt.

Die Einführung erfolgt allerdings nicht gleichzeitig auf allen Konten. WABetaInfo berichtet, dass die Funktion auf Android und iOS schrittweise freigeschaltet wird. Wer unter den Kontoeinstellungen noch die alte PIN-Verwaltung sieht, muss daher nicht von einem Fehler ausgehen.

Der sechsstellige WhatsApp-Code per SMS bleibt bestehen

Die Formulierung „WhatsApp schafft den sechsstelligen PIN ab“ kann leicht zu einem Missverständnis führen. In WhatsApp existieren unterschiedliche sechsstellige Codes mit verschiedenen Aufgaben.

SicherheitsabfrageWofür sie verwendet wirdWas sich ändert
Zwei-Schritt-PINZusätzlicher, selbst festgelegter Schutz des WhatsApp-KontosWird durch ein Passwort ersetzt
RegistrierungscodeBestätigung der Telefonnummer bei Registrierung oder erneuter AnmeldungBleibt bestehen
PasskeyAnmeldung über Gerätesicherheit wie Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder DisplaysperreKann zusätzlich eingerichtet werden

Der sechsstellige SMS-Registrierungscode bleibt also relevant. WhatsApp erklärt in seinen Informationen zu Registrierung und Zwei-Schritt-Verifizierung, dass dieser Code den Besitz beziehungsweise Zugriff auf die registrierte Telefonnummer bestätigt. Nutzer sollten einen solchen Registrierungscode niemals an andere Personen weitergeben.

Das gilt auch dann, wenn sich jemand als WhatsApp-Support, Mitarbeiter eines Mobilfunkanbieters, Familienmitglied oder bekannter Kontakt ausgibt. Ein neues Passwort macht Social Engineering schwieriger, verhindert aber nicht, dass Nutzer Zugangsdaten freiwillig an Betrüger weitergeben.

WhatsApp ersetzt den 6-stelligen Sicherheits-PIN durch ein Passwort: Das sollten Nutzer jetzt ändern

Diese Einstellungen sollten WhatsApp-Nutzer jetzt prüfen

Wer die neue Passwortfunktion bereits erhalten hat, kann den Kontoschutz in wenigen Schritten aktualisieren. Je nach WhatsApp-Version befinden sich die entsprechenden Optionen unter „Einstellungen“, „Konto“ und „Verifizierung in zwei Schritten“ beziehungsweise in der dort angezeigten Passwortverwaltung.

  1. Ein starkes, einzigartiges Passwort für WhatsApp festlegen. Es sollte nicht bereits für E-Mail, Google-, Apple-, Meta- oder andere Konten verwendet werden.
  2. Das Passwort in einem vertrauenswürdigen Passwortmanager speichern, statt eine leicht merkbare Variante wie Namen, Geburtsdaten oder einfache Tastaturmuster zu wählen.
  3. Unter „Einstellungen“ und „Konto“ kontrollieren, ob eine erreichbare E-Mail-Adresse zur Wiederherstellung hinterlegt und bestätigt ist.
  4. Unter „Konto“ prüfen, ob ein Passkey angeboten wird und ob die hinterlegten Anmeldemethoden noch zu den tatsächlich genutzten Geräten gehören.
  5. WhatsApp über Google Play oder den App Store aktualisieren, wenn die Passwortoption noch fehlt.

Wer einen Passwortmanager verwendet und seine Anmeldeschlüssel zwischen Android-Diensten verschiebt, findet im Techify-Ratgeber weitere Hinweise dazu, wie sich Passkeys auf Android zwischen Passwortmanagern übertragen lassen.

Ein bereits genutzter PIN sollte nicht vorsorglich deaktiviert werden, nur weil das neue Passwort noch nicht angezeigt wird. Solange die Umstellung für das eigene Konto nicht verfügbar ist, bietet die bestehende Zwei-Schritt-Verifizierung weiterhin eine zusätzliche Schutzschicht.

Passwort und Passkey sind nicht dasselbe

Parallel zur neuen Zwei-Schritt-Verifizierung baut WhatsApp die Unterstützung für Passkeys aus. Meta teilte bei der Ankündigung der Sicherheitsupdates mit, dass bereits mehr als eine Milliarde Menschen einen Passkey für WhatsApp eingerichtet hätten. Außerdem lassen sich inzwischen mehrere Passkeys hinterlegen, etwa wenn WhatsApp auf Geräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen verwendet wird.

Ein Passkey funktioniert anders als das neue WhatsApp-Passwort. Dabei wird kein klassisches Kennwort eingegeben. Stattdessen bestätigt der Nutzer seine Identität über die Sicherheitsfunktion des Geräts, beispielsweise Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Displaysperre. Der kryptografische Schlüssel bleibt dabei beim Gerät beziehungsweise beim verwendeten Passkey-Anbieter.

Die beiden Funktionen sollten deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das Passwort stärkt die Verifizierung in zwei Schritten, während ein Passkey die sichere Anmeldung erleichtern kann. Wer generell mehrere zweite Faktoren verwaltet, sollte außerdem seine Wiederherstellungswege kontrollieren. Techify erklärt beispielsweise, was zu tun ist, wenn nach einem Gerätewechsel Google-Authenticator-Codes auf dem neuen Smartphone fehlen.

Was tun, wenn das neue WhatsApp-Passwort noch nicht angezeigt wird?

Fehlt die Passwortoption, sollte zunächst die installierte WhatsApp-Version über den offiziellen App Store aktualisiert werden. Ist danach weiterhin nur die bisherige sechsstellige PIN sichtbar, spricht das nicht automatisch für ein Problem: Die Funktion wird serverseitig und schrittweise für Konten freigeschaltet.

In diesem Fall bleibt die vorhandene Zwei-Schritt-Verifizierung aktiviert. Nutzer sollten insbesondere nicht den Schutz abschalten und anschließend wieder einschalten, um die neue Funktion zu erzwingen.

Sobald WhatsApp den Wechsel anbietet, empfiehlt sich ein Passwort, das ausschließlich für dieses Konto genutzt wird. Wiederverwendete Passwörter bleiben ein Risiko, weil gestohlene Zugangsdaten automatisiert bei anderen Diensten ausprobiert werden können. Wie sich bekannte oder kompromittierte Kennwörter in Browsern überprüfen lassen, zeigt der Techify-Leitfaden zum Prüfen gestohlener gespeicherter Passwörter.

WhatsApp ersetzt den 6-stelligen Sicherheits-PIN durch ein Passwort: Das sollten Nutzer jetzt ändern

Häufige Fragen zur neuen WhatsApp-Passwortfunktion

Schafft WhatsApp alle sechsstelligen Codes ab?

Nein. Nur die selbst gewählte PIN für die Verifizierung in zwei Schritten wird durch ein Passwort ersetzt. Der sechsstellige Registrierungscode für die Bestätigung der Telefonnummer kann weiterhin erforderlich sein.

Muss ich meine bisherige WhatsApp-PIN sofort ändern?

Wenn WhatsApp die Passwortfunktion für Ihr Konto bereits freigeschaltet hat, ist der Wechsel sinnvoll. Wird weiterhin nur die bisherige PIN angezeigt, sollte sie aktiviert bleiben, bis WhatsApp die neue Option bereitstellt.

Wo finde ich das neue Passwort in WhatsApp?

Die Sicherheitsoptionen befinden sich in der mobilen App unter „Einstellungen“ und „Konto“. Dort lässt sich die Verifizierung in zwei Schritten verwalten; die genaue Darstellung kann sich während des schrittweisen Rollouts zwischen App-Versionen unterscheiden.

Was passiert, wenn ich mein WhatsApp-Passwort vergesse?

WhatsApp bietet Wiederherstellungswege für vergessene Passwörter. Besonders wichtig ist deshalb eine aktuelle und zugängliche E-Mail-Adresse im Konto. Die offiziellen Möglichkeiten beschreibt das WhatsApp Help Center.

Ersetzt das WhatsApp-Passwort einen Passkey?

Nein. Passwort und Passkey erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Passkey verwendet die Gerätesicherheit für die Anmeldung, während das neue Passwort die bisherige PIN innerhalb der Verifizierung in zwei Schritten ersetzt.

Sollte ich dasselbe Passwort wie für meine E-Mail verwenden?

Nein. Das WhatsApp-Passwort sollte ausschließlich für WhatsApp verwendet werden. Wird ein mehrfach genutztes Kennwort bei einem anderen Dienst kompromittiert, kann es sonst auch für Angriffe auf weitere Konten eingesetzt werden.

Sie können dies und weitere nützliche Informationen auf unserer Website nachlesen. Wir empfehlen Ihnen außerdem die Lektüre folgender Artikel: Google Drive: strengere Regeln für Dateifreigaben – sensible Dokumente automatisch blockieren

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