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Browser speichert gestohlene Passwörter weiter: So prüfen Nutzer nach der BSI-Aktion ihre Konten

Nach der BSI-Aktion gegen StealC sollten Nutzer gespeicherte Browser-Passwörter prüfen. So finden Sie kompromittierte Logins, ändern wichtige Konten und aktivieren 2FA oder Passkeys gezielt. korrekt.

von Adham Gurtel

Gestohlene Passwörter im Browser bleiben für Nutzer ein konkretes Problem, obwohl Ermittlungsbehörden im Rahmen der internationalen Operation Endgame Teile der Infrastruktur hinter dem Infostealer StealC abgeschaltet haben. StealC kann nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik gespeicherte Passwörter, Cookies und automatisch ausgefüllte Formulardaten aus Webbrowsern auslesen; wie die Techify.de unter Berufung auf einen Bericht von Golem berichtet, wurden bei der internationalen Aktion zudem Millionen kompromittierter Zugangsdaten sichergestellt.

Für betroffene Nutzer bedeutet die Abschaltung der kriminellen Infrastruktur nicht, dass bereits abgeflossene Zugangsdaten automatisch aus Browsern verschwinden oder bei den jeweiligen Online-Diensten ersetzt werden. Das BSI fordert Menschen, die eine entsprechende Warnung erhalten, ausdrücklich dazu auf, ihre Passwörter zu ändern und ihre Geräte auf Schadsoftware zu prüfen.

Besonders relevant sind E-Mail-Konten, Banking-Zugänge, Kryptokonten und andere Dienste, über die sich weitere Konten zurücksetzen oder finanzielle Transaktionen auslösen lassen.

Was StealC aus dem Browser auslesen kann

Das BSI beschreibt StealC als Schadsoftware, die gezielt Informationen von infizierten Systemen sammelt. Dazu gehören nicht nur klassische Benutzername-Passwort-Kombinationen. Der Infostealer kann auch Cookies und Daten aus automatisch ausgefüllten Formularen auslesen.

Gerade Cookies sind sicherheitsrelevant, weil sie je nach Dienst Informationen zu einer bestehenden Sitzung enthalten können. StealC gehört damit zu einer Malware-Kategorie, die darauf ausgelegt ist, bereits auf dem Rechner vorhandene Zugangsinformationen auszulesen und an die Infrastruktur der Täter zu übertragen.

„Das Programm liest gespeicherte Passwörter, Cookies und automatisch ausgefüllte Formulardaten aus zahlreichen Webbrowsern aus.“
(Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Informationen zu StealC)

Nach Angaben von Microsoft wurden StealC und die Malware Amadey allein in den ersten beiden Maiwochen 2026 mit mehr als 140.000 infizierten Computern weltweit in Verbindung gebracht. Microsoft identifizierte im Rahmen der gemeinsamen Maßnahmen außerdem mehr als 18.000 Opfergeräte, deren Verbindung zur kriminellen Infrastruktur unterbrochen wurde.

Operation Endgame: Rund 27 Millionen Zugangsdaten sichergestellt

Das Bundeskriminalamt meldete am 24. Juni 2026 einen weiteren Schlag im Rahmen der Operation Endgame. Die Ermittlungen richteten sich gegen die Schadsoftware-Familien StealC, Amadey und SocGholish. Dabei wurden nach Angaben des BKA rund 27 Millionen Zugangsdaten von mehr als 385.000 Opfern sichergestellt.

Über die drei Malware-Komplexe hinweg wurden laut den veröffentlichten Ermittlungsangaben mehr als 320 Server außer Betrieb genommen, darunter 40 Server in Deutschland, sowie mehr als 140 Domains stillgelegt. Die beteiligten Behörden und Sicherheitsunternehmen gingen damit gegen Infrastruktur vor, über die Schadprogramme verteilt, Rechner gesteuert und gestohlene Daten verarbeitet wurden.

Das BSI übernahm dabei unter anderem Aufgaben beim sogenannten Sinkholing. Bei diesem Verfahren werden Verbindungsversuche infizierter Systeme von den Servern der Täter auf kontrollierte Infrastruktur umgeleitet. So können weiterhin aktive Infektionen erkannt und betroffene Internetanschlüsse den jeweiligen Providern gemeldet werden.

„Erhaltet ihr eine Warnung, ändert eure Passwörter und prüft eure Geräte auf Schadsoftware.“
(BSI, Newsletter „Einfach • Cybersicher“, 5. August 2026)

Welche Konten Nutzer zuerst kontrollieren sollten

Wer vom Provider oder direkt vom BSI über eine mögliche StealC-Infektion informiert wurde, sollte die Konten nicht wahllos abarbeiten. Das BSI nennt insbesondere E-Mail-, Bank- und Kryptokonten als besonders relevante Zugangsdaten, deren Passwörter nach einer Infektion geändert werden sollten.

Sinnvoll ist deshalb diese Reihenfolge:

  1. Primäres E-Mail-Konto: Darüber lassen sich häufig Kennwörter anderer Dienste zurücksetzen. Passwort ändern, hinterlegte Wiederherstellungsdaten kontrollieren und Zwei-Faktor-Authentisierung aktivieren.
  2. Banking, Zahlungsdienste und Kryptokonten: Passwort beziehungsweise Zugangsdaten erneuern und vorhandene Sicherheitsfunktionen kontrollieren.
  3. Weitere im Browser gespeicherte Konten: Social Media, Shops, Cloud-Speicher, berufliche Konten und andere Dienste prüfen und kompromittierte oder mehrfach verwendete Passwörter ersetzen.

Wenn dasselbe Passwort bei mehreren Diensten verwendet wurde, reicht der Austausch bei einem einzigen Konto nicht aus. Das BSI empfiehlt grundsätzlich unterschiedliche Passwörter für verschiedene Online-Konten und verweist dafür unter anderem auf Passwort-Manager.

Browser speichert gestohlene Passwörter weiter: So prüfen Nutzer nach der BSI-Aktion ihre Konten

Chrome: kompromittierte gespeicherte Passwörter finden

Google integriert dafür einen Passwort-Check in den Google Password Manager. Auf einem Desktop-PC lässt sich die Prüfung direkt aus Chrome starten: Menü öffnen, „Passwörter und Autofill“ auswählen, den Google Password Manager aufrufen und anschließend „Checkup“ beziehungsweise die Passwortprüfung öffnen. Google zeigt dort unter anderem gespeicherte Passwörter an, die als kompromittiert erkannt wurden.

Die Prüfung ersetzt den eigentlichen Passwortwechsel nicht. Wird ein Zugang als kompromittiert angezeigt, muss das Kennwort beim jeweiligen Dienst geändert werden.

Google erläutert außerdem, dass der Passwort-Manager Nutzer auf kompromittierte Passwörter aufmerksam machen kann. Die offizielle Anleitung zum Google Password Manager beschreibt die Schritte für Computer und Mobilgeräte.

Microsoft Edge: Password Monitor aufrufen

Microsoft Edge besitzt mit dem Password Monitor eine vergleichbare Funktion. Sie kontrolliert gespeicherte Zugangsdaten und informiert Nutzer, wenn ein gespeichertes Passwort als kompromittiert bekannt ist.

Unter aktuellen Edge-Versionen führt der Weg über:

  1. Einstellungen öffnen.
  2. „Passwörter und Autofill“ beziehungsweise den Microsoft Password Manager auswählen.
  3. Die Passwort-Sicherheitsprüfung starten.

Die Prüfung kann auch über die entsprechende Password-Monitor-Seite innerhalb der Edge-Einstellungen aufgerufen werden. Microsoft weist darauf hin, dass kompromittierte Passwörter aktualisiert werden sollten.

„Changing passwords immediately is the best way to prevent your accounts from being hijacked.“
(Microsoft Support, Password Monitor für Microsoft Edge)

Firefox zeigt in seinem Passwort-Manager Warnungen für gespeicherte Logins an, die mit bekannten Datenlecks verbunden sein können. Mozilla beschreibt außerdem eine Prüfung auf wiederverwendete oder möglicherweise gefährdete Passwörter.

Sie können dies und weitere nützliche Informationen auf unserer Website nachlesen. Wir empfehlen Ihnen außerdem die Lektüre folgender Artikel: Android-Handy wechselt ständig zwischen WLAN und mobilen Daten: Diese Einstellung ist der Grund

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