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Google Fotos zeigt falsches Aufnahmedatum nach Takeout: Warum Bilder plötzlich falsch sortiert sind

Google Fotos zeigt nach Takeout teils falsche Datumsangaben: Warum Dateizeitstempel und Aufnahmedatum auseinanderfallen, wie Metadaten gespeichert werden und wie Bilder wieder richtig sortiert sind.

von Adham Gurtel

Google Fotos kann nach einem Export über Google Takeout auf dem Computer scheinbar ein falsches Aufnahmedatum anzeigen beziehungsweise zu einer falschen chronologischen Sortierung der Bilder führen. Ursache ist laut der offiziellen Dokumentation von Google vor allem, dass beim Herunterladen unterschiedliche Datumsinformationen nebeneinander existieren: der vom Betriebssystem vergebene Dateizeitstempel, die in der Bilddatei eingebetteten Metadaten und zusätzliche Informationen aus Google Fotos. Wie die Techify.de unter Berufung auf die offizielle Google-Fotos-Hilfe zum Datenexport berichtet, kann das Betriebssystem einer heruntergeladenen Datei einen neuen Zeitstempel zuweisen, obwohl der ursprüngliche Aufnahmezeitpunkt weiterhin in den eingebetteten Metadaten gespeichert ist.

Das erklärt, warum ein Foto aus dem Jahr 2018 nach dem Entpacken eines Takeout-Archivs im Datei-Explorer beispielsweise zwischen Bildern aus dem Jahr 2026 auftauchen kann. Nicht zwangsläufig das Foto selbst hat sein ursprüngliches Aufnahmedatum verloren. Vielmehr kann die verwendete Software nach dem Erstellungs- oder Änderungsdatum der heruntergeladenen Datei sortieren und dabei einen Zeitstempel berücksichtigen, der erst beim Export oder Download entstanden ist. Zusätzlich behandelt Google Änderungen von Datum und Uhrzeit innerhalb von Google Fotos anders als die ursprünglichen, von der Kamera gespeicherten Informationen.

Google bestätigt neue Dateizeitstempel beim Download

Google beschreibt den Effekt ausdrücklich in seiner Dokumentation zu Takeout. Dort heißt es:

„Je nach Zeitpunkt des Downloads der Fotos oder Videos kann Ihr Betriebssystem möglicherweise den Dateien neue Zeitstempel zuweisen.“
(Google Fotos-Hilfe, Abschnitt zu Metadaten beim Herunterladen von Fotos und Videos)

Entscheidend ist der direkt folgende Hinweis von Google:

„In den in die Dateien eingebetteten Metadaten der Fotos oder Videos sind weiterhin die ursprünglichen Zeitstempel enthalten.“
(Google Fotos-Hilfe, Informationen zu heruntergeladenen Metadaten)

Damit unterscheidet Google selbst zwischen dem Zeitstempel, den ein Betriebssystem einer heruntergeladenen Datei zuordnet, und den Metadaten innerhalb der eigentlichen Foto- oder Videodatei.

Bei JPEG-Fotos von Kameras und Smartphones befindet sich der ursprüngliche Aufnahmezeitpunkt typischerweise in den eingebetteten Bildmetadaten. Programme, die diesen Aufnahmezeitpunkt auswerten, können deshalb eine andere Reihenfolge anzeigen als ein Dateimanager, der hauptsächlich mit dem Erstellungs- oder Änderungsdatum der Datei arbeitet.

Für Nutzer sind vor allem drei Ebenen relevant:

  • Dateizeitstempel des Betriebssystems: kann sich beim Download oder Entpacken ändern.
  • In die Bilddatei eingebetteter Zeitstempel: Google zufolge bleibt der ursprüngliche Zeitstempel in den Metadaten erhalten.
  • Zusätzliche Google-Fotos-Metadaten: Informationen, die nicht aus der Originaldatei stammen, können separat in einer JSON-Datei enthalten sein.

Ein im Datei-Explorer angezeigtes Datum ist deshalb nicht automatisch identisch mit dem tatsächlichen Aufnahmezeitpunkt.

Google Fotos zeigt falsches Aufnahmedatum nach Takeout: Warum Bilder plötzlich falsch sortiert sind

Warum die Reihenfolge nach Google Takeout plötzlich nicht mehr stimmt

Google Takeout erstellt ein Archiv mit den für den Export ausgewählten Daten. Für Google Fotos können darin Bild- und Videodateien sowie zusätzliche Metadaten enthalten sein. Google weist darauf hin, dass zusätzliche Informationen, die nicht aus der Originaldatei stammen, in einer separaten JSON-Datei heruntergeladen werden. Als Beispiel nennt das Unternehmen Kommentare aus Google Fotos.

Wer das Archiv anschließend entpackt und die Bilder unmittelbar anhand eines Dateisystemfeldes wie „Änderungsdatum“ sortiert, kann deshalb eine Reihenfolge erhalten, die nichts mit der tatsächlichen Aufnahmechronologie zu tun hat.

Das ist insbesondere bei großen Fotobibliotheken sichtbar. Werden Tausende Dateien innerhalb eines kurzen Zeitraums heruntergeladen oder entpackt, können viele davon ähnliche neue Dateizeitstempel erhalten. Eine Sortierung nach diesem Wert ordnet dann beispielsweise alte Urlaubsfotos, Screenshots und aktuelle Smartphone-Aufnahmen nebeneinander ein.

Google weist außerdem darauf hin, dass große Takeout-Exporte in mehrere Archive aufgeteilt werden können, sobald die ausgewählte maximale Archivgröße überschritten wird. Nutzer können bei der Erstellung des Exports verschiedene Archivgrößen wählen; Google empfiehlt bei Problemen unter anderem kleinere Exporte oder weniger Produkte pro Export.

Besonders wichtig: In Google Fotos geänderte Datumsangaben

Ein weiterer Unterschied betrifft Fotos, deren Datum direkt in Google Fotos bearbeitet wurde.

Google erlaubt es, Datum und Uhrzeit eines Fotos oder Videos nachträglich zu ändern. Auf dem Computer funktioniert dies über Google Fotos und die Funktion „Datum und Uhrzeit bearbeiten“. Diese Änderung beeinflusst laut Google die Anzeige innerhalb von Google Fotos.

Beim anschließenden Teilen oder Herunterladen kann jedoch wieder eine andere Zeitinformation sichtbar werden.

Google formuliert dazu:

„Wenn Sie das Foto jedoch mit anderen Apps teilen oder herunterladen, werden möglicherweise die ursprünglichen Datums- und Uhrzeitangaben angezeigt, die von der Kamera gespeichert wurden.“
(Google Fotos-Hilfe zur Bearbeitung von Datum und Uhrzeit)

Das bedeutet: Ein Datum, das ein Nutzer innerhalb von Google Fotos korrigiert hat, muss nach dem Export nicht zwangsläufig genauso von einer anderen Anwendung interpretiert werden. Das ursprüngliche, von der Kamera gespeicherte Datum kann erneut sichtbar werden.

Dieser Unterschied ist relevant bei digitalisierten Papierfotos, importierten Bildern oder Dateien, deren Zeitangabe nach dem Upload manuell korrigiert wurde.

Welche Datumsangabe sollte für die Sortierung verwendet werden?

Wer eine Takeout-Fotobibliothek chronologisch ordnen möchte, sollte zunächst prüfen, nach welchem Feld das verwendete Programm tatsächlich sortiert.

Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Betriebssystem und Anwendung. Relevant sind insbesondere Felder wie „Aufnahmedatum“, „Datum aufgenommen“, „Date created“, „Date modified“ oder entsprechende Metadatenfelder einer Fotoverwaltung.

Für Bilder, bei denen ein ursprünglicher eingebetteter Aufnahmezeitpunkt vorhanden ist, ist dieser Wert grundsätzlich aussagekräftiger für die chronologische Aufnahmefolge als der Zeitpunkt, zu dem das Takeout-Archiv heruntergeladen oder entpackt wurde.

Google erklärt ausdrücklich, dass der ursprüngliche Zeitstempel in den eingebetteten Metadaten erhalten bleibt, selbst wenn das Betriebssystem einen neuen Dateizeitstempel zuweist.

Praktisch sollte deshalb geprüft werden:

  1. Welches Datum zeigt der Datei-Explorer? Ist es das Änderungsdatum oder tatsächlich das Aufnahmedatum?
  2. Welche Metadaten enthält die Originaldatei? Fotoverwaltungen können eingebettete Metadaten getrennt von Dateisystemdaten anzeigen.
  3. Wurde das Datum zuvor in Google Fotos manuell verändert? In diesem Fall kann die heruntergeladene Datei wieder die ursprünglich von der Kamera gespeicherte Zeit zeigen.

Welche Rolle spielen die JSON-Dateien im Takeout-Archiv?

Google Takeout exportiert neben den Mediendateien zusätzliche Informationen in separaten JSON-Dateien. Google beschreibt diese Dateien als Speicherort für zusätzliche Metadaten, die nicht aus der Originaldatei selbst stammen.

Sie sollten deshalb nicht automatisch als überflüssige Dateien gelöscht werden, wenn ein Takeout-Export archiviert oder in ein anderes System übertragen werden soll.

Bilddatei und JSON-Datei erfüllen unterschiedliche Funktionen. Die eingebetteten Metadaten bleiben Bestandteil des Fotos oder Videos. Zusätzliche Informationen aus Google Fotos können dagegen separat vorliegen.

Google empfiehlt, Takeout-Exporte auf einem Desktopcomputer herunterzuladen und zu öffnen. Im Archiv befindet sich nach Angaben des Unternehmens außerdem eine Datei namens archive_browser.html, die zusätzliche Informationen zu den enthaltenen Dateiformaten und ihrer Verwendung bereitstellt.

Was Nutzer vor einer Neuorganisation ihrer Fotos prüfen sollten

Wer nach einem Google-Takeout-Export plötzlich hunderte oder tausende vermeintlich falsch datierte Fotos sieht, sollte die Dateien nicht allein anhand des im Dateimanager zuerst sichtbaren Datums neu benennen oder verschieben.

Entscheidend ist zunächst, ob tatsächlich das eingebettete Aufnahmedatum verändert wurde oder lediglich ein Dateisystem-Zeitstempel neu gesetzt wurde.

Google dokumentiert für Takeout eindeutig, dass ein Betriebssystem beim Download neue Zeitstempel vergeben kann, während die ursprünglichen Zeitinformationen weiterhin in der Datei gespeichert bleiben können. Gleichzeitig können zusätzliche Google-Fotos-Daten separat als JSON vorliegen.

Auch die offizielle Funktion zum Ändern von Datum und Uhrzeit in Google Fotos muss berücksichtigt werden: Ein dort korrigiertes Datum wird innerhalb von Google Fotos angezeigt, nach Download oder Weitergabe kann dagegen wieder das ursprünglich von der Kamera gespeicherte Datum erscheinen.

Sie können dies und weitere nützliche Informationen auf unserer Website nachlesen. Wir empfehlen Ihnen außerdem die Lektüre folgender Artikel: Android-Handy wechselt ständig zwischen WLAN und mobilen Daten: Diese Einstellung ist der Grund

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