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Bern digitalisiert Verwaltung und Mobilität: Diese vernetzten Services prägen das Jahr 2026

· 8 Min. Lesezeit

Bern setzt 2026 auf digitale Verwaltung, smarte Mobilität und vernetzte Services. Die Schweizer Hauptstadt richtet Verwaltungsabläufe nach dem Prinzip «digital first» aus, entwickelt eine zentrale Datenbasis für öffentliche Dienstleistungen und öffnet neue digitale Beteiligungswege. Für Einwohnerinnen und Einwohner bedeutet das vor allem: mehr Behördengänge lassen sich online erledigen, Rückmeldungen können direkt digital eingereicht und städtische Informationen leichter abgerufen werden, wie die Redaktion von Techify.de unter Berufung auf die bernonline berichtet.

Parallel dazu verbindet Bern seine Digitalstrategie mit der Verkehrs- und Klimapolitik. Messdaten werden genutzt, um Entwicklungen bei Velo-, Auto- und öffentlichem Verkehr auszuwerten. Neue Verkehrsführungen, der Ausbau der Ladeinfrastruktur, Mobilitätshubs und die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs sollen den Zugang zu verschiedenen Verkehrsmitteln vereinfachen. Die Stadt behandelt Digitalisierung damit nicht als einzelnes IT-Projekt, sondern als Grundlage für Verwaltung, Beteiligung und öffentliche Infrastruktur.

Digitale Verwaltungsprozesse werden zum Grundprinzip

Die Ende 2025 veröffentlichte Digitalstrategie der Stadt Bern ersetzt die Strategie aus dem Jahr 2021. Sie legt fest, nach welchen Prinzipien die Stadt ihre digitalen Angebote und internen Abläufe weiterentwickelt.

Zentrales Ziel ist ein einfacher Zugang zu städtischen Dienstleistungen für Bevölkerung und Wirtschaft. Nach Angaben der Stadt sollen administrative Belastungen sinken und Verwaltungsprozesse effizienter werden. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Menschen ohne ausreichende technische Kenntnisse oder ohne geeignete Geräte von öffentlichen Leistungen ausgeschlossen werden.

Die Strategie definiert deshalb das sogenannte digitale Primat. Die Behörden sollen nach aussen überall dort digital kommunizieren, wo es möglich ist. Intern sollen Abläufe konsequent digital durchgeführt werden. Das betrifft auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen und anderen Organisationen.

Die Stadt beschreibt dieses Prinzip in ihrer Strategie so: «Die Behörden der Stadt Bern kommunizieren digital. Nach aussen wird dieses Prinzip wo immer möglich angewendet (“digital first”), nach innen konsequent (“digital only”).» Die Formulierung steht in der offiziellen Digitalstrategie, die der Gemeinderat als Grundlage für die kommenden Digitalprojekte verabschiedet hat.

Für die Nutzerinnen und Nutzer soll dadurch auch der Bearbeitungsstand von Anträgen und Verfahren nachvollziehbarer werden. Welche einzelnen Dienstleistungen wann vollständig digital verfügbar sind, wird über ein städtisches Digitalportfolio gesteuert.

Bereits heute bündelt die Website der Stadt zahlreiche direkt nutzbare Angebote. Dazu gehören unter anderem:

  • An- und Abmeldungen bei einem Umzug sowie Informationen zu Aufenthalts- und Wohnsitzfragen;
  • Gesuche und Informationen zu Parkkarten, Veranstaltungen, Kinderbetreuung und Wohnsitzbescheinigungen;
  • digitale Meldungen zu Schäden an Strassen, Velowegen, Trottoirs, Lichtsignalanlagen oder öffentlichen Anlagen.

Über die Funktion «Schaden melden» auf bern.ch können Bürgerinnen und Bürger die Schadensart auswählen, eine Beschreibung eintragen und den Standort übermitteln. Meldungen zu Strassenbeleuchtungen werden direkt an Energie Wasser Bern weitergeleitet.

Daten sollen nur einmal erfasst werden

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Prinzip «once only». Angaben sollen künftig nicht bei mehreren Verwaltungsstellen wiederholt eingereicht werden müssen, sofern die rechtlichen und technischen Voraussetzungen für einen behördenübergreifenden Austausch bestehen.

Dafür baut Bern ein einheitlicheres Datenmanagement auf. Die Stadt unterscheidet zwischen schutzbedürftigen persönlichen Informationen und Daten, die als Open Government Data öffentlich bereitgestellt werden können. Die Systeme sollen rechtskonform und sicher funktionieren und Privatpersonen sowie Unternehmen die Kontrolle über ihre eigenen Daten lassen.

Das Programm «Data Excellence» bildet dafür die organisatorische Grundlage. Es umfasst Regeln für den gesamten Datenlebenszyklus, eine städtische Datenarchitektur und klar definierte Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung. Ziel ist, Datenbestände verschiedener Verwaltungsstellen technisch kompatibel zu machen und Doppelspurigkeiten zu reduzieren.

Für Einwohnerinnen und Einwohner liegt der konkrete Nutzen in kürzeren Formularen, weniger Mehrfacheingaben und besser verbundenen Verwaltungsverfahren. Die Umsetzung erfolgt schrittweise, weil dafür bestehende Fachsysteme, rechtliche Vorgaben und interne Prozesse angepasst werden müssen.

KI-Chatbot wurde beim CityLab Bern 2026 öffentlich getestet

Beim CityLab Bern 2026 an der BEA konnten Besucherinnen und Besucher einen städtischen KI-Chatbot ausprobieren. Das System blieb nach der Veranstaltung online verfügbar. Daneben präsentierte die Stadt digitale Berufsfelder, ein KI-Songstudio und ein Podcast-Projekt zu Chancen und Problemen der Digitalisierung.

Das CityLab Bern ist ein gemeinsames Projekt von Digital Stadt Bern und dem Smart City Verein Bern. Die Veranstaltung dient nicht nur der Präsentation von Technik. Die Stadt sammelt dort auch Rückmeldungen aus der Bevölkerung.

2026 wurden Besucherinnen und Besucher im Podcast-Studio gefragt, welche digitalen Anwendungen ihren Alltag erleichtern, welche Bedenken sie haben und welche Leistungen die Stadt künftig digital anbieten sollte. Die veröffentlichten Beiträge behandeln unter anderem Digitalisierung in Mobilität, Landwirtschaft, Kultur und Sicherheitsdiensten.

Die Stadt verbindet den Einsatz künstlicher Intelligenz damit ausdrücklich mit einem öffentlichen Dialog. Der Chatbot wird als Testangebot präsentiert und nicht als Ersatz für sämtliche persönlichen oder telefonischen Behördenkontakte.

Neue Plattform ermöglicht digitale Beteiligung

Seit dem 1. Juni 2026 nutzt Bern eine neue digitale Plattform für die öffentliche Mitwirkung. Über mitwirken.bern.ch können Interessierte Stellungnahmen zu städtischen Projekten einreichen.

Ein erster grosser Einsatz betrifft die Reform der Quartiermitwirkung. Bis zum 31. August 2026 können sich Bevölkerung, Organisationen und weitere betroffene Gruppen zu den vorgeschlagenen Massnahmen äussern. Diese sollen die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Quartierorganisationen verbessern, freiwilliges Engagement stärken und Beteiligungsformate leichter zugänglich machen.

Die Stadt sammelt und bewertet die digitalen Rückmeldungen. Anschliessend wird das Umsetzungskonzept ergänzt, einschliesslich einer Abschätzung der benötigten Ressourcen. Der Gemeinderat soll Ende 2026 über das endgültige Konzept und mögliche gesetzliche Änderungen entscheiden.

Damit entsteht ein zusätzlicher Beteiligungskanal neben Informationsveranstaltungen, schriftlichen Eingaben und den bestehenden politischen Verfahren. Die Plattform macht Fristen, Unterlagen und Eingabemöglichkeiten an einem Ort zugänglich.

Smarte Mobilität basiert auf Messdaten und vernetzten Angeboten

Im Mobilitätsbereich setzt Bern auf die systematische Auswertung von Verkehrsdaten. Die städtischen Messstellen registrierten 2025 rund sieben Prozent mehr Veloverkehr als im Vorjahr. Das Wachstum verteilte sich über das gesamte Jahr und war auch in den Wintermonaten sichtbar.

Gleichzeitig sank der motorisierte Individualverkehr gegenüber 2024 um ein Prozent. Im Vergleich zu 2014 wurden 2025 auf den Strassen der Stadt 13 Prozent weniger Autos gezählt. Die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Verkehr stieg auf 99.192.826 und näherte sich damit wieder der Marke von 100 Millionen pro Jahr.

Verkehrsdirektor Matthias Aebischer erklärte zu den Velodaten: «Der Trend ist sehr erfreulich. Die Zahlen verdeutlichen, dass unsere Investitionen in die Veloinfrastruktur Früchte tragen» (Matthias Aebischer in der Medienmitteilung der Stadt Bern vom 17. März 2026).

Die Daten werden nicht nur zur Beobachtung veröffentlicht. Sie bilden auch eine Grundlage für bauliche Massnahmen und die Priorisierung besonders belasteter Verkehrsstellen.

Ein aktuelles Beispiel ist der Kornhausplatz. Dort beginnt am 29. Juni 2026 der Bau einer neuen Veloführung. Stadteinwärts fahrende Velos werden künftig über eine Rampe entlang des Platzrandes geleitet. Die Stadt will damit kritische Situationen zwischen Gleis, Trottoir, Nägeligasse sowie Fuss- und Veloverkehr reduzieren.

Für die Arbeiten und Markierungen bewilligte der Gemeinderat 115.000 Franken. Die Bauphase soll bis zum 8. Juli 2026 dauern. Nach Angaben der Stadt kam es auf dem Abschnitt Kornhausbrücke–Kornhausplatz aufgrund der schmalen Fahrbahn und der Einmündung bei der Nägeligasse wiederholt zu Velounfällen.

Mobilitätshubs, Ladepunkte und elektrischer öffentlicher Verkehr

Die Energie- und Klimastrategie 2035 verbindet Verkehrsplanung mit digitalen und vernetzten Mobilitätsangeboten.

Geplant beziehungsweise in Umsetzung sind:

  • Mobilitätshubs, an denen öffentlicher Verkehr, Velo, Sharing-Angebote und weitere Verkehrsmittel miteinander kombiniert werden;
  • ein bedarfsgerechter Ausbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur, besonders für Haushalte ohne privaten Parkplatz;
  • die schrittweise Elektrifizierung bisher nicht elektrischer Linien von BERNMOBIL.

Die Stadt prüft Ladepunkte unter anderem in Parkhäusern, an Tankstellen und in Parkkartenzonen. Parallel soll die Ladeinfrastruktur auf Privatgrund durch Förderprogramme unterstützt werden. Die Standorte sollen gemeinsam mit Energie- und Mobilitätspartnern geplant und regelmässig an die technische Entwicklung angepasst werden.

Auch der öffentliche Verkehr soll weiter elektrifiziert werden. Die Strategie sieht dafür Trams, Elektrobusse oder Trolleybusse vor. Weitere Betreiber auf dem Stadtgebiet, darunter Regionalverkehr Bern–Solothurn und PostAuto, sollen in die Abstimmung einbezogen werden.

Für die Bevölkerung entsteht der Nutzen vor allem an den Übergängen zwischen einzelnen Verkehrsmitteln: kürzere Umsteigewege, leichter zugängliche Sharing-Angebote, mehr Lademöglichkeiten und eine Verkehrsplanung, die sich auf gemessene Nutzung statt auf Schätzungen stützt.

Was Einwohnerinnen und Einwohner 2026 konkret nutzen können

Der digitale Umbau Berns besteht 2026 aus bereits verfügbaren Leistungen und längerfristigen Infrastrukturprojekten. Sofort nutzbar sind der Online-Zugang zu zahlreichen Verwaltungsangeboten, digitale Schadenmeldungen, der interaktive Stadtplan, die neue Mitwirkungsplattform und der beim CityLab vorgestellte KI-Chatbot.

Bei Datenarchitektur, einheitlichen digitalen Verfahren, Mobilitätshubs und der Elektrifizierung des Verkehrs handelt es sich dagegen um mehrjährige Vorhaben. Ihre Umsetzung erfolgt in Etappen und teilweise gemeinsam mit Kanton, Bund, Verkehrsunternehmen, Energieversorgern und Forschungseinrichtungen.

Die Richtung ist in den offiziellen Strategien klar festgelegt: Verwaltungsleistungen sollen einfacher zugänglich, Daten nur einmal erfasst und Mobilitätsangebote besser miteinander verbunden werden. Persönliche und telefonische Anlaufstellen bleiben parallel bestehen. Bern setzt damit 2026 nicht auf einen einzigen «Smart City»-Dienst, sondern auf ein Netz aus Online-Verwaltung, Beteiligungsplattformen, Verkehrsdatenerfassung und verknüpften öffentlichen Angeboten.

Sie können dies und weitere nützliche Informationen auf unserer Website nachlesen. Wir empfehlen Ihnen außerdem die Lektüre folgender Artikel: NFC funktioniert nicht: 10 Lösungen für Android, iPhone und kontaktloses Bezahlen

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