Android 17 „Als verloren markieren“ verschärft Googles Schutz für verlorene und gestohlene Smartphones an einer entscheidenden Stelle: Kennt ein Dieb bereits die PIN oder den Gerätecode, reicht dieses Wissen nach Aktivierung des neuen Verlustmodus nicht mehr aus, um wieder auf das Smartphone zuzugreifen. Die Techify.de berichtet unter Berufung auf Android Authority und die inzwischen veröffentlichten Angaben von Google, dass Find Hub bei Android 17 zusätzlich eine biometrische Authentifizierung verlangt und gleichzeitig mehrere Zugriffswege auf dem gesperrten Gerät blockiert.
Google hat die Änderung im Mai angekündigt und mit dem Start von Android 17 im Juni nochmals offiziell beschrieben. Wird ein kompatibles Smartphone über Google Find Hub als verloren markiert, benötigt das Gerät zum Entsperren nicht nur PIN, Muster oder Passwort, sondern zusätzlich Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Gleichzeitig werden Benachrichtigungen, Widgets und Schnellzugriffe auf dem Sperrbildschirm eingeschränkt. Voraussetzung für diese zusätzliche Absicherung sind Android 17 oder neuer sowie eingerichtetes Fingerprint- oder Face-Unlock.
Warum eine bekannte PIN bei Android 17 nicht mehr genügt
Der Angriff, gegen den sich die Änderung richtet, ist technisch vergleichsweise einfach: Ein Täter beobachtet zunächst die PIN des Besitzers und stiehlt anschließend das entsperrbare Smartphone. Ein reiner Gerätecode ist in einem solchen Szenario deutlich weniger wert, wenn das Gerät nach dem Diebstahl aus der Ferne in einen Zustand versetzt werden kann, der zusätzlich die biometrische Identität seines Besitzers verlangt. Genau diese zweite Barriere fügt Android 17 dem Find-Hub-Verlustmodus hinzu.
Google beschreibt die Konsequenz ausdrücklich:
“won’t be able to turn off device tracking or re-access your phone”
(Google Security Blog, 12. Mai 2026, bei der Vorstellung der neuen Android-Sicherheitsfunktionen).
Damit schützt „Als verloren markieren“ nicht nur den eigentlichen Sperrbildschirm. Ein Täter soll auch mit einer zuvor ausgespähten PIN weder wieder auf das Smartphone zugreifen noch einfach die Ortung abschalten können. Google nennt die biometrische Anforderung ausdrücklich als zusätzliche Ebene neben dem regulären Gerätecode.
Die aktuelle Google-Hilfe beschreibt den Ablauf noch konkreter: Bei Android 17 und neuer kann die Sicherung mit Zwei-Schritt-Verifizierung verwendet werden, sofern Fingerabdruck oder Face Unlock eingerichtet sind. Danach verlangt das verlorene Gerät sowohl die normale Bildschirmsperre als auch die biometrische Entsperrung.

Was „Als verloren markieren“ zusätzlich am Smartphone sperrt
Android 17 beschränkt nach der Aktivierung auch Funktionen, über die ein Täter die Verbindung oder den Zustand des Smartphones verändern könnte. Google nennt insbesondere das Ausblenden der Quick Settings sowie die Sperre für neue WLAN- und Bluetooth-Verbindungen.
Damit umfasst der neue Verlustmodus mehrere Schutzebenen:
- Entsperren erfordert PIN, Muster oder Passwort und Fingerabdruck beziehungsweise Face Unlock;
- Benachrichtigungen, Widgets und Schnellzugriffe werden eingeschränkt;
- die Quick Settings werden verborgen;
- neue WLAN-Verbindungen können nicht eingerichtet werden;
- neue Bluetooth-Verbindungen werden blockiert;
- die Geräteortung kann nicht allein mithilfe einer bekannten PIN abgeschaltet werden.
Google fasst einen Teil dieser Änderungen mit den Formulierungen
“hiding Quick Settings”
und
“disabling new Wi-Fi and Bluetooth connections”
zusammen. Beide Maßnahmen werden automatisch aktiviert, sobald das Smartphone über Find Hub als verloren markiert wird.
Auf der offiziellen Android-Seite zur aktuellen Funktionsgeneration geht Google noch einen Schritt weiter: Dort heißt es, dass ein mit „Mark as lost“ gesperrtes Android-17-Gerät ohne Fingerabdruck oder Face Unlock nicht entsperrt werden kann. Außerdem werden laut Google Informationen aus Google Wallet automatisch entfernt beziehungsweise geschützt und persönliche Daten sowie Einstellungen für den Zugriff gesperrt.
“can’t be unlocked without your fingerprint or Face Unlock”
(Android.com, Beschreibung der Android-17-Funktion „Mark as Lost“).
So wird ein Android-17-Handy über Find Hub als verloren markiert
Google ermöglicht den Zugriff auf Find Hub über ein anderes Android-Gerät oder einen Browser. Der Nutzer meldet sich dort mit dem Google-Konto an, das mit dem verschwundenen Smartphone verknüpft ist, wählt das betreffende Gerät und anschließend „Als verloren markieren“ beziehungsweise „Mark as lost“.
Der offizielle Ablauf:
- Find Hub öffnen und das verlorene Smartphone auswählen.
- „Als verloren markieren“ wählen und auf „Weiter“ gehen.
- Bei Bedarf Kontaktdaten und eine Nachricht für den Sperrbildschirm eintragen.
- Den Verlustmodus aktivieren.
- Auf Android 17 mit eingerichteter Biometrie wird für die spätere Entsperrung zusätzlich Fingerabdruck oder Face Unlock verlangt.
Die Nachricht auf dem Sperrbildschirm kann beispielsweise eine alternative Telefonnummer enthalten, über die ein ehrlicher Finder den Besitzer erreicht. Das Smartphone muss dafür nicht sofort gelöscht werden. Find Hub bietet das vollständige Zurücksetzen des Geräts separat als letzte Option an.
Ein Factory Reset über Find Hub sollte daher nicht mit „Als verloren markieren“ verwechselt werden. Beim Löschen werden die Daten auf dem Gerät dauerhaft entfernt; anschließend steht die Ortung über Find Hub nicht mehr zur Verfügung. Google empfiehlt das Löschen deshalb für Situationen, in denen eine Wiederbeschaffung des Geräts nicht mehr erwartet wird.

Android 17 erschwert auch das Erraten von PIN und Passwort
Die biometrische Sperre ist nicht die einzige Änderung am Diebstahlschutz. Google hat bei unterstützten Android-17-Geräten auch die Zahl der möglichen PIN- oder Passwortversuche deutlich reduziert und längere Wartezeiten zwischen fehlgeschlagenen Eingaben eingeführt. Damit sollen automatisiertes oder schnelles Durchprobieren möglicher Codes erschwert werden.
Das betrifft einen anderen Angriffsweg als eine bereits ausgespähte PIN. Kennt der Täter den Code nicht, sollen weniger Versuche und längere Sperrzeiten das Erraten erschweren. Kennt er ihn bereits, greift nach „Als verloren markieren“ die zusätzliche biometrische Anforderung. Android 17 kombiniert damit Schutz gegen das Erraten eines Codes mit einer zweiten Barriere für den Fall, dass der richtige Code bereits kompromittiert wurde.
Parallel baut Google die automatischen Diebstahlschutzfunktionen aus. Auf neuen Android-17-Geräten sowie auf Geräten, die auf die aktuelle Betriebssystemversion aktualisiert oder frisch zurückgesetzt wurden, sollen Funktionen wie Remote Lock und Theft Detection Lock standardmäßig aktiviert werden. Theft Detection Lock kann typische Bewegungsmuster eines entreißenden Diebstahls erkennen und den Bildschirm automatisch sperren; Remote Lock ermöglicht eine Fernsperre über die Telefonnummer und zusätzliche Sicherheitsprüfung.
Was Nutzer vor einem Diebstahl eingerichtet haben müssen
Für die stärkste Variante von „Als verloren markieren“ müssen die technischen Voraussetzungen bereits vorhanden sein. Google nennt Android 17 oder neuer sowie eingerichteten Fingerabdruck oder Face Unlock als Bedingungen für die zusätzliche Zwei-Schritt-Sicherung des verlorenen Smartphones.
Für Find Hub selbst muss das Gerät mit dem entsprechenden Google-Konto verbunden und für die Ortungsfunktion eingerichtet sein. Google empfiehlt außerdem, die Geräteortung zu aktivieren und sicherzustellen, dass das Smartphone in Find Hub erscheint. Die offizielle Find-Hub-Anleitung von Android beschreibt die Einrichtung und die verfügbaren Aktionen für verlorene Geräte.
Bei einem tatsächlich gestohlenen Smartphone bleiben außerdem die klassischen Maßnahmen relevant: Gerät zunächst über Find Hub sichern, anschließend Kontoaktivitäten kontrollieren und bei Bedarf Mobilfunkanbieter sowie Polizei informieren. Die IMEI kann laut Google seit Android 12 auch über den Sperrbildschirm zugänglich gemacht werden, damit Behörden, Hersteller oder Netzbetreiber ein Gerät leichter identifizieren können; diese Funktion lässt sich in den Einstellungen deaktivieren.
Der entscheidende Unterschied in Android 17 liegt damit an einer klar definierten Stelle: Eine bekannte PIN ist nach Aktivierung von „Als verloren markieren“ nicht mehr der alleinige Schlüssel zum Smartphone. Find Hub ergänzt sie um eine biometrische Prüfung und sperrt gleichzeitig Funktionen, mit denen ein Täter Verbindungen oder Ortung manipulieren könnte. Genau das schließt eine der problematischsten Lücken bei einem Diebstahl, bei dem der Gerätecode bereits vor dem Zugriff auf das Smartphone beobachtet wurde.
Sie können dies und weitere nützliche Informationen auf unserer Website nachlesen. Wir empfehlen Ihnen außerdem die Lektüre folgender Artikel: Apple Pay: „Karte konnte nicht hinzugefügt werden“ – diese Ursachen liegen nicht immer bei der Bank
