Startseite iPhoneApple investiert über 30 Milliarden Dollar in Broadcom-Chips: Mehr als 15 Milliarden Komponenten geplant

Apple investiert über 30 Milliarden Dollar in Broadcom-Chips: Mehr als 15 Milliarden Komponenten geplant

Apple und Broadcom schließen einen Chipdeal über mehr als 30 Milliarden Dollar. Über 15 Milliarden US-Chips sollen bis 2031 entstehen – für Funktechnik in künftigen Apple-Produkten.

von Adham Gurtel

Apple hat mit Broadcom eine neue mehrjährige Vereinbarung über die Entwicklung und Produktion kundenspezifischer Halbleiter sowie moderner Technologien für drahtlose Verbindungen geschlossen. Das Volumen soll mehr als 30 Milliarden US-Dollar erreichen; im Rahmen der Vereinbarung sollen über 15 Milliarden Chips in den USA hergestellt werden, berichtet die Redaktion Techify unter Berufung auf die offizielle Mitteilung von Apple.

Die Komponenten sind für eine breite Palette künftiger Apple-Produkte vorgesehen. Apple nennt jedoch weder konkrete Gerätemodelle noch technische Daten einzelner Chips. Fest steht, dass Broadcom in seinem Werk in Fort Collins im US-Bundesstaat Colorado unter anderem Hochfrequenzbauteile, FBAR-Filter und weitere Technologien für drahtlose Verbindungen fertigen soll.

Mehr als 15 Milliarden Chips aus den USA

Die Vereinbarung gehört zum American Manufacturing Program von Apple. Dieses Programm soll die Fertigung wichtiger Komponenten in den Vereinigten Staaten ausbauen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich bei dem neuen Broadcom-Vertrag um die bislang größte einzelne Verpflichtung innerhalb dieses Programms.

Broadcom will rund 1,5 Milliarden US-Dollar in die Erweiterung und Modernisierung des Standorts Fort Collins investieren. Dort sollen zusätzliche Produktionskapazitäten für Hochfrequenzkomponenten und Technologien zur drahtlosen Kommunikation entstehen. Apple zufolge werden durch das Projekt Hunderte Arbeitsplätze in den USA unterstützt.

Die zentralen Eckdaten:

  • Vertragsvolumen: mehr als 30 Milliarden US-Dollar
  • Laufzeit: mehrjährige Vereinbarung, laut Reuters bis 2031
  • Produktionsmenge: mehr als 15 Milliarden Chips
  • Erweiterung des Broadcom-Werks: 1,5 Milliarden US-Dollar
  • Standort: Fort Collins, Colorado
  • Komponenten: kundenspezifische Halbleiter, Hochfrequenzbauteile, FBAR-Filter und weitere Funktechnologien

Reuters berichtet, dass die Vereinbarung Anfang Juli geschlossen wurde und bis 2031 laufen soll. Der Vertrag umfasst demnach insbesondere FBAR-Filter, die Apple und Broadcom bereits seit mindestens 2023 gemeinsam weiterentwickeln.

Welche Aufgabe FBAR-Filter übernehmen

FBAR steht für „Film Bulk Acoustic Resonator“. Solche Filter sind Teil des Hochfrequenzsystems eines Smartphones oder eines anderen Funkgeräts. Sie trennen Frequenzbereiche voneinander und reduzieren Störungen zwischen gleichzeitig aktiven Funkverbindungen.

Broadcom beschreibt seine FBAR-Technologie als Lösung für mobile Geräte und drahtlose Netzwerke. Die Filter sollen Funkbänder voneinander isolieren und verhindern, dass sich verschiedene Signale gegenseitig beeinträchtigen. Das betrifft unter anderem Mobilfunk, WLAN, Bluetooth und satellitengestützte Ortungssysteme.

Bei dem Vertrag geht es damit nicht ausschließlich um einen einzelnen WLAN-Chip, sondern um mehrere Arten von Halbleiter- und Hochfrequenzkomponenten für drahtlose Verbindungen.

Broadcom führt in seinen Unternehmensunterlagen neben FBAR-Filtern auch WLAN- und Bluetooth-Chips sowie GPS- und GNSS-Komponenten als zentrale Teile seines Geschäfts mit mobilen Geräten auf. Apple selbst formuliert breiter und spricht von kundenspezifischen Siliziumkomponenten und modernen Technologien für drahtlose Konnektivität.

„Die hochmodernen Komponenten, die in Fort Collins hergestellt werden, sind entscheidend für die Leistung und Konnektivität, die unsere Kunden erwarten.“
(Tim Cook, Apple-CEO, in der Unternehmensmitteilung vom 8. Juli 2026)

Bedeutung für WLAN, Bluetooth und Mobilfunk

Die angekündigten Bauteile können in Funkmodulen eingesetzt werden, die mehrere Verbindungsstandards parallel unterstützen. Hochfrequenzfilter bestimmen dabei nicht allein die maximale Datenrate eines Geräts. Sie beeinflussen jedoch, wie zuverlässig unterschiedliche Funkverbindungen nebeneinander arbeiten können.

Broadcom erklärt in seinen technischen Produktinformationen, dass FBAR-Filter eine hohe Frequenztrennung bei geringer Einfügedämpfung ermöglichen. Bei entsprechenden Anwendungen kann dies die Signalqualität verbessern und Verluste im Funkpfad begrenzen. Für Wi-Fi-6E- und Wi-Fi-7-Systeme bietet Broadcom beispielsweise Filter an, die Signale im 5- und 6-GHz-Bereich voneinander trennen.

Auch der Energiebedarf kann mit der Effizienz eines Funkmoduls zusammenhängen. Broadcom führt bei bestimmten WLAN-Frontends geringere Leistungsverluste und einen reduzierten Energieverbrauch als technische Vorteile an. Apple hat für die Komponenten aus der neuen Vereinbarung jedoch keine konkreten Verbrauchswerte veröffentlicht.

Apple investiert über 30 Milliarden Dollar in Broadcom-Chips: Mehr als 15 Milliarden Komponenten geplant

Für Nutzer in Deutschland sind vor allem stabile Verbindungen in dicht belegten Mobilfunk- und WLAN-Frequenzbereichen relevant. Die im Vertrag genannten Funkbauteile können grundsätzlich in Geräten eingesetzt werden, die in Europa mehrere Mobilfunkbänder sowie WLAN und Bluetooth parallel verwenden.

Apple bleibt eng mit Broadcom verbunden

Apple und Broadcom arbeiten seit mehreren Jahrzehnten zusammen. Broadcom liefert verschiedene Funk- und Hochfrequenzkomponenten für mobile Geräte. Die neue Vereinbarung erweitert diese Zusammenarbeit und sichert Apple langfristig große Produktionsmengen aus einem US-Werk.

„Broadcom ist stolz darauf, nach Jahrzehnten erfolgreicher Zusammenarbeit weiterhin mit Apple zu arbeiten.“
(Hock Tan, Präsident und CEO von Broadcom, in der gemeinsamen Ankündigung vom 8. Juli 2026)

Der Vertrag bedeutet keine vollständige Abkehr von externen Zulieferern. Broadcom bleibt selbst ein wichtiger Lieferant, erhält jedoch einen langfristigen Großauftrag für kundenspezifische Komponenten. Die Vereinbarung stärkt damit die Lieferbeziehung zwischen beiden Konzernen und erweitert zugleich die Fertigung in den USA.

Auch eine direkte Ablösung von Qualcomm lässt sich aus der Ankündigung nicht ableiten. Qualcomm liefert vor allem Mobilfunkmodems und dazugehörige Systeme. Die von Apple und Broadcom genannten Produkte umfassen unter anderem Funkfilter und weitere Konnektivitätskomponenten. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Teile der Funkarchitektur eines Geräts.

Keine Angaben zu iPhone 18 oder europäischen Preisen

Apple nennt in der Mitteilung keine iPhone-Generation. Weder das iPhone 18 noch ein anderes konkretes Modell wird erwähnt. Das Unternehmen spricht ausschließlich von einer breiten Palette von Apple-Produkten und mehreren künftigen Produktgenerationen.

Deshalb lässt sich derzeit kein belastbarer Termin für den Einsatz der neuen Komponenten in Seriengeräten nennen. Bekannt ist lediglich, dass der Liefervertrag über mehrere Jahre läuft und laut Reuters bis 2031 reicht. Die geplante Menge von mehr als 15 Milliarden Chips verteilt sich entsprechend auf einen langen Produktionszeitraum und unterschiedliche Produktkategorien.

Zu möglichen Auswirkungen auf die Verkaufspreise in Deutschland oder anderen europäischen Ländern veröffentlichte Apple keine Angaben. Auch Stückkosten, Lieferpreise und die genaue Verteilung der Investitionssumme wurden nicht aufgeschlüsselt.

Der Broadcom-Vertrag ist Teil einer größeren Investitionsstrategie. Apple hat angekündigt, innerhalb von vier Jahren insgesamt 600 Milliarden US-Dollar in den USA auszugeben. Dazu zählen Investitionen in Fertigung, Zulieferer, Arbeitsplätze und technologische Entwicklung.

Die konkrete Nachricht bleibt damit klar umrissen: Apple verpflichtet sich zu Ausgaben von mehr als 30 Milliarden US-Dollar bei Broadcom, Broadcom baut sein Werk in Colorado aus, und dort sollen mehr als 15 Milliarden Funk- und Halbleiterkomponenten für künftige Apple-Produkte entstehen. Welche Geräte sie zuerst erhalten, wird erst mit späteren Produktankündigungen bekannt.

Sie können dies und weitere nützliche Informationen auf unserer Website nachlesen. Wir empfehlen Ihnen außerdem die Lektüre folgender Artikel: iPhone lädt nicht über 80 Prozent: Ladeoptimierung, Temperatur und Akku prüfen

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