In den europäischen Versionen der Suchmaschine muss Google auf Antrag seit einiger Zeit die Suchergebnisse zensieren. Die Absurdität des Gesetzes zeigt sich auf hiddenfromgoogle.com: Hier wird versucht alle zensierten Links aufzulisten.

Ein Recht auf Vergessen im Internet ist absurd

Das heißdiskutierte „Recht auf Vergessen“ zwingt Google seit Juni 2014 auf Antrag bestimmte Seiten bei bestimmten Suchbegriffen nicht mehr als Ergebnisse anzuzeigen, sofern die Seite bspw. den Antragsteller verumglimpft. Die verunglimpfende Webseite bleibt selbstverständlich unberührt davon – sie ist nach wie vor über die URL erreichbar. Auch ist die betroffene Seite nur für bestimmte Suchbegriffe zensiert, bspw. den Namen der antragstellenden Person, nicht aber für andere Suchbegriffe. Dies führt dazu, dass die vermeintlich zensierte Seite zwar nicht mehr über den Namen „Max Mustermann“ gefunden wird, sie aber bei der Suche bspw. nach „Privatinsolvenz“ sehrwohl weiter aufgeführt wird. Darüberhinaus gilt das Gesetz lediglich für den Bereich der Europäischen Union – außerhalb der EU lässt sich die Seite weiterhin über den „zensierten“ Suchbegriff finden.

Verumglimpfende Seiten direkt kontaktieren

Wenn man sich als Person von einem Artikel im Internet verumglimpft fühlt, sollte man den Kontakt zum Autor bzw. zum Webseitenbetreiber suchen. Hier hätte die Europäische Union die Rechte der Bürger stärken müssen. Doch erscheint der Artikel auf einer namenhaften Zeitungswebseite, so wäre der Aufruhr wegen „Beschneidung der Pressefreiheit“ (verständlicherweise) groß gewesen. Da erscheint die schnelle Lösung, Google per Gesetz dazu zu zwingen, einfacher.

Hidden from Google: Alle zensierten Google-Links als Liste sammeln

Es hat natürlich nicht lange gedauert, bis dieses absurde Gesetz von einigen cleveren Leuten ins Lächerliche gezogen wird. Auf hiddenfromgoogle.com ist nun eine von vielen Webseiten entstanden, die versucht alle Links, die in den Suchergebnissen nicht mehr angezeigt werden dürfen, aufzulisten. Die Webseite selbst ist keine Suchmaschine und da die „zensierten“ Links sowieso legal im Netz erreichbar sind (nur eben nicht mehr über die Google-Suche), scheint das ganze auch rechtens zu sein. Die Besucher selbst können Links einreichen, um die Liste zu erweitern.

Die Webseite hat aktuell zwar nur wenige Links gelistet, doch sie zeigt, dass das gutgemeinte Recht auf Vergessen in der aktuellen Form einfach nicht durchzusetzen ist. Wer  sich wirklich verumglimpft durch einen Online-Artikel fühlt, sollte sich daher stets an den Autoren selbst wenden.

Quelle: hiddenfromgoogle.com via googlewatchblog.de

Marko
Autor

Hallo, ich bin Marko. Beruflich im Marketing-Bereich tätig, privat mit großem Interesse an Technik, Web und Multimedia. Ich tüftle, bis ich eine Lösung gefunden habe. Seit 2013 teile ich diese Lösungen auf techify. Baujahr 1986, ursprünglich aus der Rheinnebene, heute zuhause im Raum Stuttgart. Du findest mich auch auf Twitter.

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