Google hat vor einigen Tagen auf seiner Keynote den neuen Chromecast Audio vorgestellt. Ein kleines Gadget, in dem aber reichlich Potential steckt – wenn Google jetzt alles richtig macht.

Update

Das Multiroom-Feature für den Chromecast Audio ist seit Dezember aktiviert. Erfahre in diesem Artikel, wie du eine Audiogruppe erstellst und mögliche Verzögerungen korrigierst.

Was der Chromecast für Video ist, ist der Chromecast Audio für Musik. Mit einem Knopfdruck lässt sich Musik vom Smartphone an den Chromecast Audio übergeben.

Ich verwende bewusst das Wort „übergeben“ anstatt „streamen“, denn im Gegensatz zu einem Audio Bluetooth Receiver wird die Musik nicht vom Smartphone an das Gerät gestreamt. Der Chromecast Audio erhält lediglich die Information, von wo er sich die Musik holen soll – er streamt die Inhalte dann selbst aus dem Netz.

Google Chromecast - So einfach geht casten

Das bringt einige Vorteile mit sich: Die Audio-Qualität sollte um einiges besser sein, als bei einem Bluetooth Receiver. Außerdem werden nicht einfach alle Smartphone Sounds an die Anlage übergeben, sondern lediglich die Musik. Die laufende Musik wird damit nicht von nervenden Smartphone Benachrichtigungen unterbrochen. Ein wichtiger Pluspunkt ist auch die Schonung des Handyakkus, denn sobald die Musik an den Chromecast Audio übergeben wurde, kümmert dieser um das Streaming – das Smartphone wird dann nicht mehr beansprucht.

Chromecast Audio - Bild 1

Musik-Apps, die aktuell den Chromecast Audio unterstützen sind u. a. Google Play Music, TuneIn Radio, Deezer und endlich auch Spotify. Nachdem sich Spotify lange gegen eine Chromecast-Unterstützung ausgesprochen hatte, hat es Google nun doch geschafft den Musikstreaming-Platzhirsch ins Boot zu holen. In den kommenden Wochen und Monaten werden voraussichtlich noch viele weitere Apps einen Chromecast Audio Support nachrüsten.

Das Gadget kann ab sofort u. a. bei Google für 39 € bestellt werden. Über einen 3,5mm Klinke- oder einen optischen Toslink-Anschluss kann der Chromecast Audio an jede Musikanlage mit Line-in Eingang kinderleicht angeschlossen werden.

Das macht den Chromecast Audio für mich aber noch nicht zu einem „must-have“ Gadget – das Multiroom Audio Feature aber schon.

Klar, die oben genannten Vorteile gegenüber einem Audio Bluetooth Adapter sind toll. Aber das allein bringt mich noch nicht dazu meine Adapter in Wohnzimmer und Küche gegen das 39 € teure Google Gadget zu ersetzen.

Chromecast Audio Apps

Das „Killer-Argument“ für den Chromecast Audio wurde in der Keynote (merkwürdigerweise) lediglich in einem Nebensatz erwähntz: Multiroom Audio. Wer zwei oder mehr Chromecast Audios zuhause an verschiedenen Anlagen angeschlossen hat, soll künftig synchron auf allen Geräten die selbe Musik abspielen können.

Das heißt bpsw., Ihr habt dann die Möglichkeit in der Spotify App zu wählen, ob der Song in der Küche, im Wohnzimmer oder in beiden Räumen gleichzeitig laufen soll. Geil, sag ich da nur!

Multiroom Audio gibt es zwar schon lange, u. a. ist Sonos da ganz groß im Geschäft, aber die bisherigen Lösungen brachten meist zwei Probleme mit sich: 1. Mutliroom-Lautsprecher von Sonos sind unglaublich teuer, und 2. die vorhandene Musikanlagen und Lautsprecher können nicht verwendet werden.

Das angekündigte Multiroom-Feature für den Chromecast Audio soll noch Ende diesen Jahres per Softweare-Update nachgereicht werden. Wenn das synchrone Abspielen, wie von mir erhofft, intuitiv und problemlos läuft, fliegen meine Bluetooth-Receiver raus. Hoffentlich macht Google also alles richtig – denn günstiger kommt man definitiv nicht an eine Multiroom Audio Lösung.